Prominente Härtefälle

Jörg Schneider. Mainz.
Der Konkurrenzkampf beim FSV Mainz 05 hat sich nach den Verpflichtungen von fünf neuen Profis am Ende der Transferperiode noch einmal erheblich zugespitzt. Künftig werden in den einzelnen Bundesligabegegnungen nicht nur Perspektivspieler und Akteure aus dem U23-Bereich keinen Platz im Spielkader finden, sondern auch gestandene Bundesligaakteure. Beim 3:1-Aswärtssieg in Berlin gehörte Elkin Soto, wie schon in den beiden anderen Liga-Spielen zuvor, erneut nicht zum 18-köpfigen Aufgebot. Es wird weitere prominente Härtefälle geben.

Der Publikumsfavorit Elkin Soto ist in dieser Saison noch ohne Bundesliga-Einsatz, aber längst nicht aussortiert. Foto: Jörg Schneider.

Elkin Soto hat Anfang August seinen 34. Geburtstag gefeiert. Der kolumbianische Mittelfeldspieler ist seit 2007 für den FSV Manz 05 aktiv, hat 31 Zweitligaspiele und 143 Bundesligabegegnungen für den Klub bestritten. Soto gehört zu den erklärten Publikumslieblingen in Mainz wegen seiner speziellen und intensiven Spielweise, wegen seinen Qualitäten als Teamspieler. Seit Saisonbeginn jedoch hat es der Nationalspieler nicht mehr in den Kader des jeweiligen Spieltages geschafft. Neigt sich Sotos Karriere bei den 05ern langsam dem Ende entgegen?

Der Trainer sagt nein. Das habe nichts zu bedeuten. Kasper Hjulmand sieht Soto nicht als Sechser im Mittefeld. Der 34-Jährige sei ein anderer Typ als Johannes Geis und Julian Baumgartlinger und müsse sich in eine veränderte Rolle einarbeiten. „Aber Elkin ist wichtig. Er ist ein Super-Profi, ein toller Mensch mit einer großen Mentalität. Er ist wichtig für die Mannschaft und hat gute Möglichkeiten oft zu spielen“, sagt Hjulmand. Doch im inzwischen kompletten Mainzer Kader hat der Konkurrenzkampf durch die Verpflichtung von fünf neuen Profis mit dem Ablauf der Transferperiode eine ganz neue Intensität bekommen. 

Insgesamt 30 Spieler stehen im aktuellen Kader des Klubs. Jeweils 18 davon kann Hjulmand für ein Bundesligaspiel nominieren. 14 Profis kann der Coach einsetzen. Das bedeutet, dass jede Woche 16 Akteure nicht in der ersten Liga zum Einsatz kommen, etliche davon auf der Tribüne Platz nehmen oder bei Auswärtsauftritten zu Hause bleiben müssen. Keine leichte Situation für die Beteiligten. Und eine Prüfung für den gesamten Mannschaftszusammenhalt. Der Trainer weiß, dass er mit den Spielern reden, seine Entscheidungen erklären und intensiv am Teamgeist arbeiten muss. 

Im Moment ist es so, dass Torhüter Robin Zentner, Damian Roßbach, Benedikt Saller und Todor Nedelew mit dem Profikader trainieren, aber dem spielenden Personal der U23 in der Dritten Liga zugerechnet werden. Patrick Pflücke spielt im A-Junioren-Bundesliga-Team oder erhält Einsätze in der U23. Bleiben also normalerweise 25 Profis, die sich um einen Kaderplatz im Bundesligateam bewerben. Nikolce Noveski fehlt wegen Verletzung, Joo-Ho Park nimmt an den Asien-Spielen mit Südkoreas U23-Nationalmannschaft teil. Wenn dieses Duo zurückkehrt und sich niemand weiteres verletzt, wird es Woche für Woche Härtefälle und Unzufriedenheit geben, denn es trifft immer auch gestandene 05-Profis, die nicht berücksichtigt werden.

In Berlin gehörten zu diesem Kreis Elkin Soto, Jairo, Pablo de Blasis, Julian Koch und Petar Sliskovic. Hier die Bilderstrecke derjenigen, die in Berlin nicht im Kader standen: 

► Alle Artikel zur Saisonarbeit

► Alle Artikel zum Spiel bei Hertha BSC

► Zur Startseite