Rekordumsatz und Wiederwahl

Jörg Schneider. Mainz.
Die Probleme mit einem wackligen Mikrofon am Rednerpult waren die einzigen Schwierigkeiten, die Harald Strutz an diesem Abend zu bewältigen hatte. Im Rahmen der jährlichen Generalversammlung in der VIP-Lounge der Coface Arena schenkten die Mitglieder des FSV Mainz ihrem Präsidenten am Montagabend ihr Vertrauen und wählten Strutz und dessen acht Vorstandskollegen für weitere drei Jahre an die Spitze des Klubs. Die Entscheidung ist den 05ern offenbar leicht gemacht worden durch die aktuellen Vereinszahlen. Der Klub vermeldet einen Rekordumsatz aus dem abgelaufenen Sportjahr und verbuchte dabei einen Gewinn von fünf Millionen Euro nach Steuern. „70 bis 80 Prozent aller Bundesligisten träumen von solchen Zahlen“, sagt der wiedergewählte Manager Christian Heidel.

Drei weitere Jahre an der Spitze von Mainz 05:  Harald Strutz (rechts) und dessen acht-köpfige Vorstandsriege. Foto: Christian KarnInsgesamt 436 stimmberechtigte Mitglieder wählten Harald Strutz, der seit 1988 an der Spitze des FSV Mainz 05 steht, mit großer Mehrheit für weitere drei Jahre zu ihrem Präsidenten. Strutz erhielt 21 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen. Die Versammlung bestätigte auch die acht-köpfige Vorstandsriege neben Strutz im Amt Die Vizepräsidenten Peter Arens, Jürgen Doetz und Karl-Heinz Elsässer sowie Christian Heidel, Manfred Thöne, Friedhelm Andres alle einstimmig, Hubert Friedrich mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung, Andreas Kraft mit neun Gegenstimmen und 30 Enthaltungen.

Für die Harmonie der Versammlung und eine große Zufriedenheit im Saal hatte zuvor Christopher Blümlein gesorgt, der  erfreuliche Zahlen präsentierte. Der Finanz-Abteilungsleiter des Klubs sprach in seinem Finanzbericht von Transfererlösen, die um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen seien, von 8,2 Millionen Euro auf rund 15 Millionen Euro. Insgesamt habe der Verein im Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 78,7 Millionen Euro verzeichnet. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz noch 67 Millionen Euro. Damals allerdings verzeichnete der Verein einen Rekordgewinn von sieben Millionen Euro. Jetzt berichtete Blümlein von einem aktuellen Gewinn von fünf Millionen Euro nach Steuern. Der Klub verfüge über 20,3 Millionen Euro Eigenkapital. Knapp sieben Millionen Euro Verbindlichkeiten für Baukredite stehen dem gegenüber.

„Bei einer solchen sportlichen und wirtschaftliche Situation, da ist es relativ einfach den Mitgliedern einen gute Rechenschaftsbericht vorzulegen“, sagte Strutz in seiner Begrüßungsrede. Der 05-Chef erinnerte an die schwierigen Bedingungen in diesem Sommer durch den Rücktritt von Trainer Tomas Tuchel und dem Neuaufbau einer Mannschaft mit einem neuen Trainer – was ganz gut gelungen sei. Doch die Gedanken des 05-Chefs gingen auch in die Zukunft. „Die Herausforderungen werden nicht weniger“, sagte der Rechtsanwalt. Strutz stellte mit Nachdruck fest, dass seine vor einer geraumen Zeit getätigten Aussagen zu einem strategischen Partner seien falsch interpretiert worden. „Einen strategischen  Partner wird es mit mir und diesem Vorstand nicht geben“, so der 05-Chef. Fremdbestimmung im Verein solle ausgeschlossen werden, doch es müsse erlaubt sein, darüber nachzudenken, wie die Zukunft zu bewältigen sei. Das alles werde aber nur unter der Einbeziehung der Mitglieder geschehen. Darauf gab Strutz der Versammlung sein Ehrenwort.

„Wann ist ein Verein erfolgreich“, fragte Christian Heidel zu Beginn seines Vortrages in die Runde. Ein Klub sei erfolgreich, wenn das wirtschaftliche und sportliche Ergebnis im Einklang stehe. Das sei beim FSV Mainz 05 der Fall. Die Tabellenergebnisse der vergangenen Jahre seien sowieso bekannt. „Ich glaube 70 bis 80 Prozent der Bundesligisten träumen von solchen Zahlen“, sagte der Manager, der auch Vorstandsmitglied ist. „Wir haben in drei Jahren über 22 Millionen Euro Gewinn gemacht Wenn man Dortmund und Bayern raus nimmt, kommt schon langsam Mainz 05 von der Umsatzrendite her.“

Eventuell droht den Zuschauern in der Coface Arena künftig ein Rauchverbot. Einen entsprechenden Antrag auf ein rauchfreies Stadion gab die Mitgliederversammlung dem neuen, alten Vorstand mit auf den Weg.  

 

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