Rodríguez-Ausleihe nach Málaga ist fix

Jörg Schneider/Christian Karn. Mainz.
Der letzten Tag der Wechselperiode entwickelt sich beim FSV Mainz 05 zu einer turbulenten Angelegenheit: Kurz nach der Verpflichtung des 23-jährigen Schweden Robin Quaison hat Rouven Schröder nun erwartungsgemäß den befristeten Abgang von José Rodríguez vermeldet. Der Mittelfeldspieler wird vom Bundesligisten bis zum Saisonende an den spanischen Erstligisten Málaga CF ausgeliehen. War es das nun mit den Wechselgeschichten oder passiert noch mehr? Das Transferfester schließt heute um 18 Uhr.

Ausleihe ist fix: José Rodriguez wechselt bis zum Saisonende zum FC Málaga nach Spnaien. Foto: ImagoAm letzten Tag der Transferperiode geht’s am Bruchweg Schlag auf Schlag. Rouven Schröder macht Nägel mit Köpfen. Kurz nachdem der Sportdirektor neue Fakten geschaffen hatte mit der Verpflichtung des 23-jährigen Schweden Robin Kwamina Quaison für die Offensive, gab der Klub den zeitlich befristeten Abgang von José Rodríguez bekannt. Der Bundesligist verleiht den Spanier bis zum Saisonende an den spanischen Erstligisten Málaga CF. Der 22-jährige Mittelfeldspieler war im vergangenen Sommer von Galatasaray Istanbul an den Rhein gewechselt, kam in der laufenden Saison aber nur auf fünf Pflichtspieleinsätze. In Mainz verfügt Rodríguez noch über einen Vertrag bis 2020.

„José Rodríguez hat eine gute Vorbereitung absolviert, wir waren mit seiner perspektivischen Entwicklung zufrieden. Allerdings konnte er seine Position im Kader nicht verbessern und wurde zunehmend ungeduldiger. Er wollte unbedingt seine Chance auf größere Einsatzzeiten bei einem anderen Klub nutzen", sagt Schröder. Martin Schmidt hatte noch zu Beginn der Vorbereitung betont, der Spanier sei ein Opfer der großen Konkurrenzsituation im zentralen Mittelfeld geworden. Eine Situation, die sich durch die Rückkehr von Danny Latza weiter verschärft hatte. „Im Zuge dieser hohen Konkurrenz auf der Doppelsechs ist er zurückgefallen“, sagt Schmidt, den das allerdings nicht wunderte und der zu diesem Zeitpunkt noch betonte, dass es keine Überlegungen gebe, den Spanier deshalb auszuleihen oder sich gar eventuell ganz von dem 22-Jährigen zu trennen. „Wenn wir nicht an seine Entwicklung glauben würden, hätten wir ihm nicht so einen langfristigen Vertrag über vier Jahre gegeben. Wir haben ihn im Sommer als sechsten Zentrumsspieler geholt mit Entwicklungspotenzial. Wir haben dem Spieler ganz klar den Weg aufgezeigt: Ein halbes Jahr Eingewöhnungsphase wegen der Sprache, wegen der Athletik. Dass er sich auf Bundesliga-Niveau bringen muss und dass darüber allmählich die Spiele kommen“, sagte Schmidt. „Diese Erfahrung haben wir ja auch bei anderen Spielern gemacht. Pablo De Blasis hat ein halbes Jahr gebraucht, Jairo, Jhon Córdoba. Wir wissen, wie lange die Spieler benötigen, die wir aus diesen Regionen holen, um sportlich auf das Niveau zu kommen.“

Diese Zeit wollte sich Rodríguez nun offenbar selbst nicht geben. Der Profi stammt aus dem Strand- und Schokoladenstädtchen Villajoyosa, knapp hundert Kilometer südlich von Valencia. Ausgebildet wurde er zunächst vor Ort, später in der Nachbarschaft beim spanischen Zweitligisten Hércules Alicante, ab seinem 15. Lebensjahr schließlich bei Real Madrid. Dort war er ein überdurchschnittliches Talent. Der dünne Straßenfußballer, genannt "El Naricita", "das Näschen", der als Flügelspieler angefangen hatte, dafür nicht schnell genug war, aber das Talent, die Physis und die Spielübersicht hatte, die ihn fürs zentrale Mittelfeld prädestinierten, spielte lange mit älteren Jahrgängen. Einige seiner Jugendtrainer lobten seine Furchtlosigkeit gegenüber älteren Gegenspielern. Rodríguez debütierte bei Real noch vor seinem 18. Geburtstag. Allerdings blieb’s in der ersten Mannschaft bei vier Einsätzen, alle noch mit 17 Jahren: Zwei in der Copa gegen den Drittligisten CD Alcoyano - im Hinspiel schoss Rodríguez das 3:0, im Rückspiel stand er neben Mesut Özil und Luka Modric in der Startelf. Einer in der Liga - das 2:0 im Derby gegen Atlético stand bei seiner späten Einwechslung schon fest. Und einer in der Champions League, ebenfalls eine Einwechslung beim 4:1 gegen Ajax Amsterdam.

Für mehr reichte es beim jüngsten Champions-League-Spieler der Madrider Vereinsgeschichte doch nicht. Rodríguez spielte noch eineinhalb Jahre für die zweite Mannschaft Real Madrids in der Segunda División, wurde dann an den Erstligisten Deportivo La Coruña ausgeliehen. Vor seinem Wechsel nach Mainz bestritt Rodríguez die Saison in Istanbul bei Galatasaray, Stammspieler war er dort nicht.

War es das nun in dieser Transferperiode oder ist Schröder nun mit allem durch? Das Fenster schließt um 18 Uhr. Danach sind wir schlauer.

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