Schmidt: Optimum auf allen Positionen

Jörg Schneider. Mainz.
Die personellen Voraussetzungen beim FSV Mainz 05 vor dem Heimspiel-Knüller gegen den FC Bayern München sind gut. Martin Schmidt hat einen breit aufgestellten Kader zur Verfügung und muss nur den gesperrten Jean-Philippe Gbamin ersetzen. Das werde über ein gutes Team-Konstrukt geschehen, kündigte der 05-Trainer an, der von seiner Mannschaft das Optimum gegen den Favoriten fordert. „Jeder muss auf seiner Position eine Top-Performance abliefern. Vom Torwart bis vorne zum Stürmer. Wir brauchen an diesem Tag alles, den Mut, ein sehr, sehr gutes Spiel und man muss sich das Glück erkämpfen. Das wird alles mit drin sein müssen, wenn wir etwas holen wollen.“

Können die 05er am Freitag gegen die Bayern ihr Optimum abrufen und Manuel Neuer in Bedrägnis bringen? Der Trainer ist zuversichtlich. Foto: Ekkie VeyhelmannSpieltags-Pressekonferenzen beim FSV Mainz 05 beginnen in der Regel damit, dass der Medien-Chef einen Überblick darüber gibt, welche der Profis aktuell nicht im Trainingsbetrieb stecken und für die bevorstehende Partie nicht zur Verfügung stehen. Am Donnerstag hatte Tobias Sparwasser nur einen Namen auf seiner Liste: Emil Berggreen ist der einzige im umfangreichen 05-Kader, der derzeit nicht mit der Mannschaft des Bundesligisten trainiert. Das heißt jedoch nicht, dass Martin Schmidt die komplett freie Auswahl hat bei der Nominierung einer möglichst schlagkräftigen Mannschaft im morgigen Top-Spiel in der Opel Arena gegen den FC Bayern München (20.30 Uhr).

Jean-Philippe Gbamin ist zwar fit, doch der Franzose hat bekanntlich beim 1:2 am Sonntag in Berlin die Gelb-Rote Karte kassiert und darf sich das Highlight gegen den großen Favoriten am Freitag von der Tribüne aus anschauen. Dort wird der Mittelfeldspieler Gesellschaft kriegen, denn der 05-Trainer sprach von 22 Feldspielern, die fit seien und am Trainingsbetrieb teilnehmen würden. Davon kommen allerdings nur 21 in Frage. „Für Yoshinori Muto kommt dieses Spiel noch zu früh“, sagt Schmidt. Der Japaner, der in der Offensive schmerzlich vermisst wird, hat inzwischen die erste richtige Trainingswoche hinter sich, ist körperlich recht weit und läuferisch in Bestform, wie der Coach berichtet, „er hat aber erst mit der Zweikampfführung begonnen. Er muss sich jetzt langsam herantasten und dahin gehen, wo es weh tut.“

Nicht im Kader für das Bayern-Spiel sind zudem Aaron Seydel, der Torschütze von Berlin, Gerrit Holtmann, Philipp Klement und Besar Halimi, die zur U23 in die Dritte Liga abkommandiert sind. Das Fehlen von Gbamin lastet sicherlich am Schwersten. Der 21-Jährige hat sich in dieser Vorrunde zum Stammspieler und Leistungsträger empor geschwungen. „Er ist wirklich sehr gut reingekommen, hat sich im Zentrum festgespielt und wirklich sehr viel davon mitgebracht, was wir eigentlich dort brauchen und von ihm erhofft haben: Zweikampfstärke, Passgenauigkeit, Laufstärke, physisch top und eine gute Mentalität. Deshalb ist das sicher ein Ausfall, der gerne zu einem anderen Zeitpunkt als gegen die Bayern hätten kommen sollen“, erklärt der 05-Trainer. „Nichtsdestotrotz kommt es nicht zur Unzeit für ihn. Man hat in den letzten Spielen beobachten können, dass seine Konzentration und Genauigkeit nachgelassen hat. Er hat mit am meisten gespielt und ist auch in den Länderspielen meist über die volle Zeit gegangen. Da sind Fehler in sein Spiel gekommen. Deshalb kann er nun Kraft schöpfen in der Pause.“ Schmidt ist aber überzeugt davon, dass er den Ausfall Gbamins kompensieren kann.

Fabian Frei ist wieder gesund, André Ramalho ist fit und hat mittlerweile einiges an Spielpraxis gesammelt, Danny Latza hat sich zurückgemeldet und ist auch im Heimspiel eine Option. „Wir werden Jean-Philippe über ein gutes Team-Konstrukt ersetzen.“ Latza, der seit zwei Wochen wieder intensiv mit dem Team trainiert, habe den Einsatz bei Hertha BSC gut verkraftet. „Er gehört dazu am Freitag und ist ein Kandidat für den Kader“, sagt Schmidt. Der Leistungsträger der vergangenen Saison befinde sich derzeit in dem Prozess, in dem man den Sechser langsam wieder auf Bundesliga-Niveau bringe nach der monatelangen Verletzungspause.

Ansonsten hat der Coach alle Optionen. In der Abwehr sind Stefan Bell und Daniel Brosinski nach abgesessener Sperre wieder eine Alternative, auf die Schmidt wohl zurückgreifen wird. Auf den vorderen Außenpositionen ist die Auswahl groß: Pablo De Blasis, Jairo, Levin Öztunali, Karim Onisiwo, Christian Clemens - sie alle möchten natürlich gegen die Bayern gerne spielen. Nur auf zwei Positionen fehlen dem Trainer die richtigen Optionen: Yunus Malli muss mangels ernsthafter interner Konkurrenz auf der zehn irgendwie durch die Vorrunde kommen. Der türkische Nationalspieler bleibt gesetzt, auch wenn seine Leistungen und seine Präsenz zuletzt nicht überragend waren. Und auch für Jhon Cordoba im Zentrum gibt’s keinen Ersatz.

Egal, wer aufläuft, Schmidt erwartet von seinem Team das Optimum am Freitagabend. „In diesem Match braucht es alles. Man muss in der Defensive optimal arbeiten, in der Offensive optimal und präzise spielen. Bei den wenigen Chancen, die man gegen Bayern kriegt, kann man nachher nicht hingehen und davon reden, dass man davon eine hätte machen müssen. Da muss man seine Chancen wirklich nutzen und reinmachen, dann hat man eine kleine Chance, wenn man das Glück hat“, betont der 49-Jährige. „Man muss auch wissen, dass es kein anstrengungsloses Glück gibt“, sagt der Coach. „Wir sind beim Sieg in München letzte Saison über 120 Kilometer gelaufen. Wenn wir das nicht erneut hinkriegen, wird das morgen schwer. Deshalb muss jeder auf seiner Position eine Top-Performance abliefern. Vom Torwart bis vorne zum Stürmer. Wir brauchen an diesem Tag alles. Den Mut, ein sehr, sehr gutes Spiel und müssen uns das Glück erkämpfen. Das wird alles mit drin sein müssen, wenn wir etwas holen wollen.“

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