Schröder vertraut dem „abgerundeten Kader“

Jörg Schneider. Mainz.
Am Montagmorgen fällt am Bruchweg der Startschuss für den zweiten Teil der Saisonvorbereitung beim FSV Mainz 05. Mit dabei im fünfwöchigen Programm sind dann erstmals auch Neuzugang Jean-Philippe Gbamin und EM-Starter Yunus Malli. Die 05er gehen fest davon aus, dass der türkische Nationalspieler beim Bundesligisten bleibt. Malli sei fest eingeplant, sagt Rouven Schröder. „Es ist nichts akut. Wir müssen ihn nicht abgeben, und wir sind froh, dass wir ihn haben.“ Unterdessen fährt der ausgemusterte Maximilian Beister mit Darmstadt 98 ins Trainingslager. Laut Schröder gibt es aber auch Anfragen aus dem Ausland für den Flügelstürmer.

Keine Anzeichen für einen Wechsel? Die 05er gehen nach wie vor davon aus, dass Yunus Malli beim Bundesligisten bleibt. Fast zwei Wochen lang musste der fünfte und vorerst letzte Zugang im Kader des FSV Mainz 05 auf seine künftigen Kollegen warten. Die geplante Pause nach dem Trainingslager in den USA geht zu Ende. Am Montagmorgen beginnt nun auch für Jean-Philippe Gbamin, den 20-jährigen französischen Junioren-Nationalspieler, die Arbeit mit den 05-Profis am Bruchweg. Mit der Trainingseinheit um 10 Uhr am Vormittag fällt beim Bundesligisten der Startschuss für den zweiten Teil der Vorbereitung auf die neue Saison. Fünf Wochen lang hat Martin Schmidt Zeit, um sein Team auf die Herausforderungen einzustellen und zu trimmen, die in der neuen Spielzeit auf den Tabellensechsten der vergangenen Saison warten.

Ein vollgepacktes Programm für den 05-Kader, der sich am Donnerstagabend (19.30 Uhr) im Bruchwegstadion seinen Anhängern präsentiert im Testspiel gegen den Europa-Liga-Champion FC Sevilla. Zwei Tage später, am Samstag, bezieht der 05-Trainer mit seiner Mannschaft dann für eine Woche das Trainingslager im italienischen Aostatal, wo zwei weitere internationale Begegnungen auf den Bundesligisten warten. Bis auf Fabian Frei, der seinen Urlaub für die USA-Reise der 05er unterbrochen hatte und Ende der Woche einsteigt, kann Schmidt am Montag seinen kompletten Kader begrüßen. Zuletzt angeschlagene Spieler wie Leon Balogun oder Niko Bungert haben bereits in der abgelaufenen Woche am Bruchweg ein Spezial-Aufbautraining absolviert. Auch Yunus Malli, der nach seinem Urlaub diese Woche im Ausdauerbereich arbeitete, trifft nun erstmals auf die komplette Gruppe.

Schmidt hat mehrfach bekräftigt, dass er mit dem türkischen Nationalspieler fest kalkuliert für die neue Saison. Im Moment gebe es keinen Grund, von etwas anderem auszugehen, sagt auch der Sportdirektor. „Yunus hat einen Vertrag bei uns und ist ein ganz wichtiger Baustein für unseren Kader“, betont Rouven Schröder. „Dass Interessenten mal nachhaken wegen Yunus, ist normal, aber es ist nichts akut. Wir müssen ihn nicht abgeben, und wir sind froh, dass wir ihn haben.“ Bis Ende August läuft die Transferperiode. Schröder sieht der Geschichte gelassen entgegen. „Wenn es wirklich Interesse geben sollte, wird sich schon noch jemand melden.“ Im Moment allerdings gebe es in dieser Hinsicht keine Signale. Malli bereite sich mit dem Team vor und werde als Zehner gebraucht.

Einem anderen möglichen Wechsel hat der neue 05-Sportdirektor inzwischen einen Riegel vorgeschoben. Der SSC Neapel hatte Interesse an Giulio Donati signalisiert. „Ein Transfer von Giulio kommt für uns nicht in Frage“, sagt Schröder kategorisch. „Wir haben Ziele, die wir erreichen wollen, da gibt es für uns keinen Grund, einen solchen Spieler abzugeben. Donati ist ein wichtiger Typ im Team, ein Aggressive Leader. Er hat einen Riesenstellenwert für die Mannschaft.“

Mit Gbamin hat der Sportdirektor insgesamt fünf Neuzugänge unter Vertrag genommen, um die Abgänge zu kompensieren. Torhüter Jonas Lössl, der designierte Nachfolger von Loris Karius, sowie Mittelfeld-Allrounder José Rodriguez, Linksaußen Gerrit Holtmann und FSV-Frankfurt-Rückkehrer Besar Halimi haben bereits in der Woche in Colorado Springs erste vielversprechende Leistungs-Nachweise abgeliefert. Schröder bezeichnet den 05-Kader, wie er sich nun dem zweiten Teil der Saisonvorbereitung stellt, als „abgerundet“. Es gebe derzeit keine akuten Bemühungen um weitere Verstärkungen. „Wir sind sehr zufrieden und vertrauen diesem Kader. Natürlich haben wir trotzdem immer den Markt im Blick und schauen nach Möglichkeiten, wo wir vielleicht noch etwas tun können. Aber auch, ob und wo wir uns wappnen müssen für den Fall, dass wir eventuell noch Abgänge haben.“ Doch auch danach sehe es im Moment nicht aus.

Schröder glaubt zudem, dass man den Weggang von Leistungsträger Julian Baumgartlinger gut aufgefangen habe. Um den Ex-Kapitän hundertprozentig eins zu eins zu ersetzen, müsste der Klub laut Schröder sehr viel Geld in die Hand nehmen. Und auch dann bleibe es ein Wagnis, ob es wirklich  gelinge, dieselbe Qualität zu kriegen. „Wir haben jetzt mit Danny Latza, der wieder fit wird, Fabian Frei, Suat Serdar, José Rodriguez und Jean-Philippe Gbamin fünf Sechser. Ich glaube, dass wir uns da genügend Gedanken gemacht haben, um den Verlust von Baumgartlinger, aber auch von Christoph Moritz, aufzufangen“, sagt der 40-Jährige. „Das sind eine ganze Reihe unterschiedlicher Spielertypen für diese Position. Gbamin kommt dem Spiel Baumgartlingers von allem her noch am nächsten, aber auch er ist wieder ein anderer Typ. Wir werden nun im weiteren Verlauf der Vorbereitung sehen, wie das dann aussehen wird. Wir sind aber mit unseren Transfers bisher sehr zufrieden.“

Eine Personalie steht in jedem Fall noch aus: Maximilian Beister, der im Mainzer Profi-Kader keine Perspektive mehr besitzt, fährt am Montag mit dem Bundesliga-Nachbarn SV Darmstadt 98 ins Trainingslager. „Er soll und möchte dort noch mal vorspielen“, sagt der Sportdirektor. Es gebe zudem zwei, drei konkrete Interessenten für den Flügelstürmer aus dem Ausland. „Da gibt es aber noch keine Tendenz“, sagt Schröder.

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