Schwarz: „Die haben alle richtig Bock“

Jörg Schneider. Mainz.
Am Montagnachmittag um 15 Uhr fällt beim FSV Mainz 05 der Startschuss für die Vorbereitung auf die neue Saison. Sandro Schwarz bittet die Bundesliga-Profis, die sich bereits seit Freitag individuellen Test unterziehen, zum ersten gemeinschaftlichen Training am Bruchweg. Noch nicht dabei sind einige Nationalspieler wie der frischgebackene U21-Europameister Levin Öztunali. Dafür präsentieren sich jedoch erstmals alle Neuzugänge. „Es ist ein Neuanfang im sportlichen Bereich, wie im ganzen Verein“, sagt Rouven Schröder. „Alle freuen sich total darauf. Wir alle wollen positiv, voller Ehrgeiz und Motivation angreifen.“

Für die meisten der Fußballprofis des FSV Mainz 05 ist der Sommerurlaub zu Ende, hat die Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison bereits begonnen. Seit Freitag laufen in Mainz die üblichen flankierenden Maßnahmen vor dem Trainingsauftakt: Medizinchecks, Leistungs-Diagnostik, Laktattests. Das Ganze sei individuell getaktet, heißt es am Bruchweg, wo dann schließlich am Montagnachmittag um 15 Uhr der offizielle Startschuss für die bevorstehende Saison 2017/18 erfolgt, wo sich dann der Kader erstmals im gemeinschaftlichen Training präsentiert.

Jetzt geht's los: Rouven Schröder hat die Vorarbeit geleistet und seinem neuen Cheftrainer einen veritablen Kader zusammengestellt. Sandro Schwarz will vom ersten Training an mit dem Team tief in die sportlichen Inhalte gehen. Foto: Jörg SchneiderFür die 05er erfolgt am Montag quasi ein Neustart in gewohnter Umgebung. „Ganz klar, es ist ein Neuanfang im sportlichen Bereich, wie im ganzen Verein“, sagt Rouven Schröder, der Sportdirektor und designierte Sport-Vorstand in der künftigen Klub-Führung. „Alle freuen sich total darauf. Wir alle wollen positiv, voller Ehrgeiz und Motivation angreifen. Ich denke, wir sind in einer sehr guten Situation“, so der 41-Jährige.

Die Situation stellt sich so dar, dass der Bundesligist am Montag mit einer Reihe von Neuverpflichtungen in allen Bereichen an den Start geht. Neue Spieler, ein neuer Cheftrainer, eine neue Trainercrew. Auf Sandro Schwarz ruhen die Hoffnungen des Klubs, eine konkurrenzfähige und gut aufgestellte Bundesliga-Mannschaft ins Rennen zu schicken. Dem 38-Jährigen assistieren neben dem Urgestein Stephan Kuhnert als Trainer der Torhüter, die beiden neuen Co-Trainer: Jan-Moritz Lichte, ein ausgewiesener Fußball-Fachmann, der bereits als Assistenzcoach in der Bundesliga arbeitete und als Leiter des NLZ von Hannover 96 an den Rhein wechselte. Dazu Michael  Falkenmayer, der schon in der U23 an der Seite von Schwarz stand, sowie schließlich Daniel Fischer als Video-Analyst, ebenfalls bereits fester Bestandteil des Vereins.

Am Start sind dann auch die vier Neuzugänge, die Schröder in den vergangenen Tagen verpflichtet hat: René Adler, der erfahrene, frühere National-Torhüter, der vom HSV kam, die Stürmer Kenan Kodro vom Club Atletico Osasuna aus Pamplona und Viktor Fischer vom FC Middlesbrough sowie der neuen Zehner Alexandru Maxim vom VfB Stuttgart. „Wir haben im Vorfeld der Saison gewisse Aufgaben erledigt und glauben, uns gewappnet zu haben - auch in Bezug auf den Abgang von Jhon Cordoba“, sagt der Sportdirektor. „Wir haben Korrekturen im Kader vorgenommen und weitere gehen voran. Jetzt geht es erst einmal los. Wir haben zwei Monate Zeit, uns die Dinge anzusehen, wie sich der Kader präsentiert, hoffen dass sich niemand verletzt und können, falls es notwendig sein sollte, auch noch personell reagieren“, betont Schröder.

Sandro Schwarz kann jedoch zum Auftakt nicht den kompletten Kader begrüßen. Die Nationalspieler Fabian Frei, Suat Serdar und Jean-Philippe Gbamin haben verlängerten Urlaub erhalten und steigen am 9. Juli in den Trainingsbetrieb ein. Dies gilt auch für Emil Berggreen, der aktuell in einem individuellen Aufbautraining in Philadelphia (USA) an seinem Comeback arbeitet. Levin Öztunali, der mit der deutschen U21-Nationalmannschaft am Freitag im Finale der EM in Polen gegen die Spanier triumphierte und den Europameistertitel holte, soll am 17. Juli mit dem Beginn des Trainingslagers in Grassau (Chiemsee) wieder ins Training einsteigen. Verletzungsbedingt fehlen derzeit Alexander Hack (Sprunggelenksverletzung aus dem letzten Saisonspiel in Köln), Florian Müller (Hüftoperation) und Gaëtan Bussmann (Adduktorenverletzung).

Ansprache des Trainers zum Auftakt

Die Vorbereitungsphase beginnt am Montag mit einer Ansprache des Trainers in der Kabine. „Danach geht`s dann sofort darum, von Anfang an auf dem Platz die Inhalte abzudecken, die uns wichtig sind“, sagt der Trainer, „wir wollen sofort richtig loslegen und auch gleich ein gutes Miteinander finden in den ersten Tagen, die Jungs noch besser kennenlernen.“ Der 38-Jährige hat bereits mit etlichen Profis Gespräche geführt. Natürlich auch mit den neuen Leuten und bei allen die totale Lust auf die Arbeit verspürt. „Ich hatte das Gefühl, die haben alle richtig Bock. Solche Leute brauchen wir bei Mainz 05, die sofort Feuer und Flamme sind. Das gilt auch für diejenigen, die schon länger da sind. Wir wollen sofort die richtige Stimmung transportieren.“

Schwarz ist zudem davon überzeugt, dass der erfolgreich bewältigte Abstiegskampf unter seinem Vorgänger Martin Schmidt dazu geführt hat, dass etliche der etablierten 05-Profis an Persönlichkeit dazugewonnen haben, dass die Spieler in der Endphase der Saison verlässlich ihre Leistung abgerufen und die Gesamtstimmung in der Mannschaft erheblich gesteigert haben. Das sei eine gute Ausgangslage für die nun beginnende intensive Arbeit.

Natürlich fehlt dem Coach künftig die Qualität von Jhon Cordoba, der bekanntlich für die Rekord-Ablösesumme von über 17 Millionen Euro zum 1. FC Köln gewechselt ist. „Es geht nun nicht darum, jemanden den Rucksack aufzusetzen, Cordoba ersetzen zu müssen. Wir haben uns für Spieler entschieden, die unserem Spiel eine stärkere fußballerische Note geben, die uns flexibler machen und die vor allem in einem sehr guten Alter sind“, sagt der 05-Trainer. „Spieler, die in ihren Klubs bisher schon etwas gezeigt haben, die aber in ihrer Entwicklung noch nicht fertig sind.“ Die der Trainer integrieren, fördern und deren Leistung steigern will. Wie das auch bei Jhon Cordoba der Fall war. „Es ist ganz klar, dass es für uns besonders wichtig ist, diese Spieler hier auf ein solches Niveau zu heben.“ Das war immer die Maxime am Bruchweg.

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