Schwarz: „Magdeburg ist mein Thema“

Jörg Schneider. Mainz.
Dass RB Leipzig seine Fühler ausgestreckt hat nach dem Trainer des Drittligateams des FSV Mainz 05 und Sandro Schwarz gerne als Nachfolger von Ralf Rangnick verpflichten würde, kann inzwischen wohl als Tatsache angesehen werden und hat für eine gewisse Aufregung am Bruchweg gesorgt. 05-Chef Harald Strutz bekundet seinen Ärger über die Vorgehensweise des Zweitligisten. Martin Schmidt hofft darauf, dass der U23-Trainer in Mainz bleibt.

Ganz entspannt beobachtete Sandro Schwarz am Mittwochnachmittag die Trainingsarbeit seiner Profis am Bruchweg. Foto: Jörg SchneiderSandro Schwarz hat am Mittwoch wie üblich mit dem Drittligateam des FSV Mainz 05 am Bruchweg trainiert. Zu den Gerüchten und Spekulationen um den Zweitligisten RB Leipzig, der den Mainzer U23-Trainer anscheinend für die neue Saison als Cheftrainer und Nachfolger von Ralf Rangnick verpflichten möchte, lehnt der 37-Jährige jeden Kommentar kategorisch ab. „Wir spielen am Samstag vor 20.000 Zuschauern in Magdeburg. Das ist mein Thema“, sagt Schwarz.

Geäußert haben sich unterdessen Andere und damit mehr oder weniger bestätigt, dass an der Offerte der Sachsen an den 05-Trainer tatsächlich etwas dran ist. „Mag sein, dass so ein Vorgehen in der Branche inzwischen als üblich angesehen wird. Es hat halt jeder andere Vorstellungen von Respekt. Ich aber finde das so nicht in Ordnung“, zitiert „Bild“ den 05-Chef. Harald Strutz bekundet in dem Blatt seinen Ärger darüber, dass Rangnick den 05-Coach angesprochen und offenbar ein Angebot gemacht habe, obwohl Schwarz am Bruchweg noch bis 2017 unter Vertrag steht. Rangnick müsse sich auch mal die Frage gefallen lassen, ob das alles in Ordnung sei, was er da mache, so der 05-Präsident. Strutz jedenfalls will um den Verbleib des Eigengewächses im Klub kämpfen.

Dem Vernehmen nach hat sich RB Leipzig im Falle eines Bundesliga-Aufstiegs Sandro Schwarz als Trainer ausgeguckt, weil Rangnick, der das Team derzeit coacht, seine Zukunft wieder eher als Sportdirektor im Hintergrund sieht. Schwarz, dessen Trainer-Philosophie stark geprägt ist von seinem Lehrmeister Wolfgang Frank und seinem ehemaligen Mitspieler, dem aktuellen Liverpool-Coach Jürgen Klopp, hat mit dem Erfolg der 05-U23 auf sich aufmerksam gemacht. Die Mainzer belegen als eindeutig bestes der drei Bundesliga-Nachwuchsteams in dieser Profiliga Platz sieben.

Martin Schmidt hofft darauf, dass es gelingt, Schwarz am Bruchweg zu halten. „Sandro gehört zu Mainz 05. Er ist ganz wichtig in der Ausbildungsgeschichte, die wir hier seit Jahren erfolgreich betreiben. Es wäre sehr schade, wenn so ein wichtiges Rädchen aus diesem Getriebe wegfallen würde“, sagt der 05-Cheftrainer. In der U23 warte eine Riesen-Herausforderung, nicht zuletzt aufgrund von altersbedingter Kader-Veränderungen nach dieser Spielzeit. „Das Team in die nächste Saison zu führen ist ein großer und wichtiger Schritt.“

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