Soto: „Ich komme stark zurück“

Jörg Schneider. Mainz.
Mit Spannung wartet man beim FSV Mainz 05 auf ein Ergebnis aus Straubing, wo Elkin Soto heute Nachmittag am Knie operiert wird. Der schwer verletzte Publikumsliebling hat optimistische Grüße übermittelt. „Ich komme stark zurück“, sagte der Profi. Zurück im Training ist nach einer halbjährigen Verletzungspause unterdessen Todor Nedelew. Wie Manager Christian Heidel mitteilte, steht zudem eine Entscheidung in Sachen Yunus Malli und Julian Baumgartlinger unmittelbar bevor.

Beim FSV Mainz 05 warten an diesem Mittwoch alle mit Spannung auf die Nachricht aus Straubing. Dort wird am Nachmittag das kaputte Knie von Elkin Soto operiert. Christian Heidel hatte vor dem Eingriff noch einmal Kontakt mit dem Profi. „Elkin war sehr aufgeräumt und hat sich bedankt für die Flut an Genesungswünschen, die ihn erreicht hat“, sagte der 05-Manager. Der kolumbianische Publikumsliebling blicke inzwischen schon wieder optimistisch in die Zukunft und wolle gegen das drohende Karriereende ankämpfen. Die Verletzung mache ihn stärker, sagte Heidel. Soto habe ihm gesagt: „Ich komme stark zurück. Alles wird gut.“ In Mainz, so der 05-Manager stünden Elkin Soto jedenfalls alle Türen offen.

Comeback im Training: Nach einem halben Jahr Verletzungspause trainiert Todor Nedelew (hier im Duell mit Christoph Moritz) wieder mit den 05-Profis. Foto: Jörg SchneiderAuf dem Trainingsplatz am Bruchweg hat sich unterdessen ein anderer Langzeitverletzter zurückgemeldet: Todor Nedelew ist wieder ins Mannschafstraining der 05er eingestiegen. Der Bulgare hatte sich im November im Trainingslager seiner Nationalmannschaft einen Mittelfußbruch zugezogen. „Es ist immer schön, wenn ein Spieler zurückkommt, der ein halbes Jahr weg war“, sagte Martin Schmidt nach der ersten Einheit des offensiven Mittelfeldspielers, der allerdings die zweikampfintensiven Übungen noch nicht mitmachte.

„Wir werden ihn sukzessive aufbauen, dass er wieder voll mittrainieren und mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen kann“, so der 05-Trainer. Der Manager glaubt jedenfalls daran, dass sich Nedelew am Bruchweg noch durchsetzen werde. „Da wird sich noch manch einer wundern“, sagte Heidel.

Nicht auf dem Platz waren die Torhüter, die geschont wurden und nur leicht in der Halle trainierten. Wegen der Sperre von Daniel Brosinski, der gegen den Hamburger SV die Rote Karte gesehen hatte, muss Schmidt am Samstag, im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart, einen neuen Rechtsverteidiger präsentieren. Wer das sein wird, darauf wollte der Coach nicht näher eingehen. „Wir gucken mal auf dem Transfermarkt, wen es da gibt“, sagte der Schweizer lachend. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass entweder Gonzalo Jara oder Pierre Bengtsson als Brosinski-Ersatz auflaufen. Der Schwede, der gegen den HSV eine überzeugende Vorstellung  auf der linken Abwehrseite ablieferte, hat in seiner Nationalmannschaft häufig die rechte Position in der Viererkette besetzt.

Heidel: "Es ist jetzt Zeit für eine Entscheidung"

„Wir erwarten von der Intensität her einen ähnlichen Gegner wie den HSV“, sagte Heidel im Hinblick auf die Partie beim Tabellenletzten. „Das wird für uns ein schwieriges Spiel gegen eine Mannschaft, die ebenfalls ums sportliche Überleben kämpft und zuletzt sehr stabil wirkte. Wenn wir nur ein Prozent weniger bringen, wird es schwierig.“ Für die Mainzer geht es darum, mit einer guten Leistung in Stuttgart den letzten Rest an Unsicherheit im Abstiegskampf zu beseitigen und den Platz im gesicherten Mittelfeld zu behaupten. Sorgen, dass es noch einmal eng werden könnte, hat der 05-Manager nicht. „Wenn ich sehe, wie entspannt die Kölner oder Frankfurter, die hinter uns stehen, in dieser Situation sind. Die müssten sich eigentlich mehr Gedanken machen als wir“, sagte Heidel. „Wir wollen jedoch gar nicht entspannt sein, wir wollen die Sache aus eigener Hand regeln.“

Heidel kündigte zudem an, dass eine Entscheidung in Sachen Yunus Malli und Julian Baumgartlinger unmittelbar bevorstehe. „Es ist von beiden Seiten alles gesagt, da wird sich auch nichts mehr verändern. Es ist jetzt Zeit für eine Entscheidung, der sehen wir entgegen“, sagte der 05-Manager. Diese Entscheidung könne laut Heidel sogar noch heute oder morgen verkündet werden.

Die Spekulationen, dass Mainz 05 beim Wechsel von Anthony Ujah vom 1. FC Köln zu Werder Bremen mitverdiene (die Rede ist von einer halben Million Euro) hat der 05-Manager nicht dementiert. Heidel mochte sich jedoch nicht zum Transfer des Stürmers äußern, für den die Bremer die festgeschriebene Ablösesumme von 4,5 Millionen Euro zahlen. „Wir reden nicht über vertragliche Inhalte. Alles zu seiner Zeit“, sagte Heidel. Der Hinweis auf die vertraglichen Inhalte dürfte jedoch darauf hinweisen, dass der 05-Manager wie üblich eine Klausel für den Fall des Weiterverkaufs fixiert hat.

Ujah war 2010 aus Nigeria zum norwegischen Erstligisten Lilleström SK gewechselt und im Sommer 2011 für zwei Millionen Euro nach Mainz gekommen. Weil es für den Stürmer nicht so richtig lief, liehen die 05er den Spieler ein Jahr später an den 1. FC Köln aus. Nach 13 Toren in 28 Spielen kaufte der Zweitligist Ujah für 2,7 Millionen Euro und schaffte auch dank dessen elf Tore den Bundesliga-Aufstieg.