Start mit blutigen Ohrläppchen

Jörg Schneider. Mainz.
Der Alltag hat sie wieder: Zumindest einen Teil der Bundesliga-Fußballer des FSV Mainz 05. Der startete am Montag in die Vorbereitung auf die Rückrunde mit dem obligatorischen Laktattest. Nicht dabei waren erwartungsgemäß Julian Koch, der am Mittag bereits beim FC St. Pauli mittrainierte, sowie Philipp Wollscheid, der sich zurück nach Leverkusen und dann zum FC Stoke City verabschiedet hat. Doch auch so manch anderes bekanntes Gesicht fehlte noch beim Auftakt ins neue Jahr – aus den unterschiedlichsten Gründen.

Elkin Soto absolvierte am Montag den Laktattest und trainierte am Nachmittag mit der Mannschaft. Eine Entscheidung über die Zukunft des Routiniers ist noch nicht gefallen. Foto: Jörg SchneiderBeim Trainingsauftakt der Bundesliga-Profis des FSV Mainz 05 fließt gewöhnlich Blut. Das war am Montag beim Start ins Fußballjahr 2015 nicht anders. Die fast vierwöchige Vorbereitungsphase auf die Rückrunde begann mit dem obligatorischen Laktattest. Mitarbeiter der Mainzer Uni-Medizin standen parat, um die Spieler in regelmäßigen Abständen, nach diversen Steigerungsläufen, Blut aus dem Ohrläppchen zu zapfen. Allerdings hatten die Ohr-Piekser weniger zu tun als erwartet. Denn die Trainingsgruppe fiel noch recht klein aus. Mehr als der halbe Kader fehlte.

Erwartungsgemäß nicht dabei war Julian Koch, der nun definitiv für ein halbes Jahr an den Zweitligisten FC St. Pauli ausgeliehen ist und am Montagmittag bereits die erste Trainingseinheit in Hamburg absolvierte. Nicht dabei auch bekanntlich Philipp Wollscheid, dessen Vertrag mit den 05ern aufgelöst ist. Der Innenverteidiger kehrt nach einem halbjährigen Gastspiel am Bruchweg zurück zu Bayer Leverkusen und wird von dort weiter verliehen an Stoke City in die Premier League.

Der schwedische Neuzugang Pierre Bengtsson war in Zivil am Bruchweg, ließ sich in die Details seines neuen Dienstwagens einführen und düste danach ebenso wie Pablo de Blasis und Jairo zu einem erweiterten Leistungstest  in die  Mainzer Unimedizin – zu einem Test, den die beiden Sommer-Zugänge bisher noch nicht absolviert hatten. Junior Diaz fehlte aufgrund eines grippalen Infekts. Shinji Okazaki, Ja-Cheol Koo und Joo-Ho Park stecken bekanntlich mit ihren Nationalteams in der Vorbereitung auf die Asien-Meisterschaft in Australien.

Nichts Neues gibt es unterdessen in Sachen Elkin Soto. Der Kolumbianer nahm wie erwartet am Auftaktprogramm in Mainz teil. Die Entscheidung, ob der Routinier bereits in der Rückrunde ablösefrei zu seinem Ex-Verein Once Caldas in seiner Heimatstadt Manizales zurückkehrt und dort noch einmal einen Vertrag unterschreibt, oder ob der 34-jährige Publikumsliebling seine letzte Saison in Mainz zu Ende spielt, ist noch nicht gefallen.

Am Nachmittag bat Kasper Hjulmand seine Profis dann zur ersten leichten Arbeitseinheit auf den Trainingsplatz. Und da mischten dann auch Bengtsson, der Zugang vom FC Kopenhagen, sowie De Blasis und Jairo erstmals richtig mit. Die gute Nachricht ist zudem, dass Nikolce Noveski wieder fit ist und trainiert. Der Kapitän war zum Vorrundenende in den Spiel in Köln und gegen die Bayern verletzt ausgefallen.

Gute Nachrichten von Jonas Hofmann

Die übrigen Sorgenkinder der 05er werden erst nach und nach in dieser Vorbereitung ins Mannschaftstraining einsteigen. Stefan Bell hat nach überstandener Knieverletzung eigentlich bereits grünes Licht erhalten. Der Innenverteidiger musste sich jedoch kurzfristig einer Mini-Operation an der Nasenscheidewand unterziehen und muss deshalb noch ein paar Tage auf die intensive Arbeit warten. Julian Baumgartlinger hat mit dem Belastungsaufbau begonnen nach seiner langwierigen Kniereizung. Der Österreicher soll innerhalb der nächsten zwei Wochen ins Mannschaftstraining einsteigen.

Sehr vage ist nach wie vor die Prognose bei Christoph Moritz. Der Mittelfeldspieler soll sich am 9. Januar einem weiteren Test unterziehen. Sollte dieser positiv ausfallen, kann der Profi sofort mit der Vorbereitung beginnen. Da der Spieler jedoch im alten Jahr bereits zweimal zu früh in die Belastung gegangen war, gilt zunächst noch das Vorsichtsprinzip.

Niko Bungert soll ab Mittwoch mit dem Lauftraining beginnen und danach mehr und mehr ins Training integriert werden. Die beste Nachricht kommt von Jonas Hofmann. Der Offensivmann kann nach dem ausgeheilten Bänderriss im Knie innerhalb der nächsten 14 Tage wieder komplett in die Vorbereitung einsteigen und an seinem Comeback arbeiten. Robin Zentner hat am Montag mit den Torhüter-Kollegen am Bruchweg wieder die Arbeit aufgenommen. Bei Todor Nedelew dauert es noch ein paar Wochen.

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