Trainertausch zwischen den 05-Teams

Christian Karn. Mainz.
Der Abgang von Benjamin Weber, dem Video-Analysten der Profimannschaft des FSV Mainz 05, führte zu einer gewissen Umschichtung im Trainerstab der 05er bei den Profis, vor allem aber in den mittleren Nachwuchsteams. Zusammengefasst: Sören Hartung wird Webers Nachfolger, Thomas Krücken übernimmt die U19, Sascha Meeth die U17, Bo Svensson die U16. Und Peter Perchtold rückt bei den Profis eine Position nach oben. Teilweise war das ohnehin geplant und bekannt, teilweise erst jetzt erforderlich.

Der FSV Mainz 05 hat mannschaftsübergreifend seine Trainerteams noch einmal umschichten müssen. Die für die neue Saison geplante Zuordnung wurde durch den Wechsel des Video-Analysten Benjamin Weber zu Borussia Dortmund und zu seinem ehemaligen Chef Thomas Tuchel, der heute der Dortmunder Presse vorgestellt wurde, zum Teil hinfällig. Wer künftig am Bruchweg bei den Profis und vor allem in den höheren Nachwuchsteams wofür zuständig ist, wurde nun sortiert. Im nebenstehenden Kasten führen wir sämtliche alten und neuen Trainer vom Bundesligateam bis zur U15 auf. Die aktuellsten Veränderungen, die der FSV Mainz 05 am heutigen Mittwoch meldete: Der bisherige U15-Trainer Sören Hartung, der bereits im Nachwuchsleistungszentrum ähnliche Aufgaben hatte wie Weber bei den Profis, übernimmt doch nicht die U17, sondern wird Webers Nachfolger. Sascha Meeth rückt mitsamt seinem Meisterteam von der U16 zur U17 auf. Der Profi-Co-Trainer Bo Svensson übernimmt hauptverantwortlich die U16 und der bisherige Trainerassistent Peter Perchtold, der schon bei der U23 Schmidts Co-Trainer war, wird nun Co-Trainer der Bundesliga-Profis des FSV Mainz 05.

Die Trainer des FSV Mainz 05

Cheftrainer der Profis bleibt natürlich Martin Schmidt. Dem Schweizer assistieren weiterhin Stephan Kuhnert als Torwarttrainer, Axel Busenkell als Konditionstrainer und Jonas Grünewald als Athletiktrainer. Der bisherige Co-Trainer Bo Svensson hingegen scheidet aus dem Trainerteam der Profis weitgehend aus, wird es aber im Bereich Spielanalyse und Scouting weiter unterstützen. In der Hauptsache wird der ehemalige 05-Profi ab der neuen Saison für die U16 zuständig sein. Peter Perchtold, bereits Schmidts Co-Trainer bei der U23 und zuletzt Assistent des Trainerteams, rückt auf zum neuen Co-Trainer.

Bei der U23 ändert sich gar nichts. Sandro Schwarz bleibt Chef, Sven Hoffmeister Co- und Torwarttrainer.

Die U19 wurde vom Nachwuchsleistungszentrums-Chef Stefan Hofmann betreut, seit Schmidt zu den Profis und Schwarz zur U23 wechselte. Bereits längere Zeit geplant war, dass Hofmann jetzt vom bisherigen U17-Coach Thomas Krücken abgelöst wird. Die Co-Trainer der U19 sind weiterhin Thorsten Effgen und Stanko Sremac.

Bei der U17 sollte eigentlich Hartung Nachfolger von Krücken werden. Weil die Position nun schon wieder frei wurde, behält der neue Jahrgang einfach den alten Trainer: Sascha Meeth rückt mitsamt seinen Spielern von der U16 auf. Mit dem Jahrgang 1999 gewann Meeth in der nun zu Ende gegangenen Saison mit großem Vorsprung die Regionalliga-Meisterschaft. In 23 Spielen gab es nur jeweils ein Unentschieden und eine Niederlage; sollten die 05er im morgigen Nachholspiel noch die SG Betzdorf schlagen, stünden sie in der Abschlusstabelle gewaltige 22 Punkte vor dem Vizemeister FCK II. "Sascha war nicht nur aufgrund der außergewöhnlich souveränen Meisterschaft in dieser Saison unser erster Kandidat für die wichtige Position als Junioren-Bundesliga-Trainer", sagt Volker Kersting, der Leiter des Mainzer Nachwuchsleistungszentrums. "Mit seinen fachlichen und menschlichen Qualitäten und seiner sehr guten Arbeit über die letzten Jahre hat er sich diese Stelle mehr als verdient."

Meeths Arbeit als U16-Trainer wird wiederum von Bo Svensson fortgesetzt. "Für Bo Svensson ist die Übernahme einer eigenen Mannschaft ein weiterer wichtiger und von Anfang an geplanter Schritt in seiner Trainerausbildung", sagt 05-Manager Christian Heidel. "Für unsere Nachwuchstalente ist das ein echter Zugewinn, da sie so nicht nur von Bos Kompetenz als Trainer profitieren können, sondern auch von seiner langjährigen Erfahrung im Profifußball."

Und Hartungs Nachfolger als U15-Trainer wird bekanntlich Bartosch Gaul, der bisherige Co-Trainer der U19 des FC Schalke 04.

Peter Perchtold (links) rückt vom Assistenten des Trainerteams zum Bundesliga-Co-Trainer auf. Sören Hartung (rechts) ist als Nachfolger von Benjamin Weber der neue Videoanalyst der 05er. Fotos: FSV Mainz 05

"Der Weg, zunächst intern nach passendem Personal zu suchen, hat sich bei Mainz 05 bisher bewährt", sagt 05-Manager Christian Heidel. "Im Nachwuchsleistungszentrum arbeiten hochqualifizierte Trainer, und Sören Hartung ist einer von ihnen. Er trägt bereits seit vielen Jahren sowohl in der Funktion als Trainer als auch als Videoanalyst erfolgreich dazu bei, die Mainzer Fußballphilosophie auch in den Jugendmannschaften auf höchstem Niveau umzusetzen und wird diese Aufgabe nun im Trainerstab der Profis fortführen", sagt 05-Manager Christian Heidel.

Volker Kersting, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, erklärt, es sei immer das Ziel der 05er, nicht nur die Spieler, sondern auch das Funktionsteam stetig für höhere Aufgeben weiterzuentwickeln. "Sören hat einen enormen Beitrag zum Erfolg unserer Nachwuchsarbeit geleistet und auch über die Trainertätigkeit hinaus eine große Fachkompetenz bewiesen", lobt Stefan Hofmann, der sportliche Leiter des NLZ. "Wir sind stolz, mit ihm einen weiteren Trainer für die Bundesliga selbst ausgebildet zu haben und sind uns sicher, dass er die Arbeit des Trainerteams dort bereichern wird."

Hartung selbst sieht seine künftige Aufgabe als neue Herausforderung, bei der ihm allerdings viele Elemente bereits vertraut sein sollten. Seit sieben Jahren arbeitet der 31-Jährige in der Nachwuchsabteilung der 05er: anfangs als Co-Trainer der U13, später als Co-Trainer der U19 unter Thomas Tuchel, Stefan Sartori und bis 2014 Sandro Schwarz, außerdem als Cheftrainer der U16 und zuletzt der U15. In den Bereichen Videoanalyse und Leistungsdiagnostik sammelte er ebenfalls schon Erfahrung.

"Es wird intensiver", erwartet Hartung. "Sicherlich kommen andere Inhalte und der Fußball wird eine andere Präsenz bekommen. Aber viele Abläufe sind durch die enge Verzahnung zwischen den Profis und dem Nachwuchsleistungszentrum bereits bekannt. Im ersten Moment wird es eine Umstellung auf inhaltlicher Basis, aber nicht im Verständnis. Von den Profis bis nach unten verfolgen wir die gleiche Spielphilosophie und reden über das gleiche. Wir tauschen uns zwischen Profis, U23 und den Teams darunter täglich inhaltlich aus."

Mit dem Vorbereitungsstart am 27. Juni möchte Hartung zunächst die Strukturen noch genauer kennenlernen, die von Weber bereits geschaffen wurden. Außerdem gilt es zu klären, wie Schmidt Hartungs Aufgaben interpretiert haben möchte. "In der Vorbereitung werde ich mich in die einzelnen Punkte so einarbeiten, dass ein reibungsloser Saisonstart für meine Bereiche gegeben ist", sagt Hartung. Die Bereiche, die er sich freilich mit mehreren Mitarbeitern teilt, sind zunächst natürlich die Videoanalyse - die Betrachtung der Gegner und der eigenen Mannschaft. "Aber auch andere Analysen, die weniger mit dem Bild zu tun haben, sondern mit Trainingsdaten, sind mein Aufgabengebiet", erklärt der 31-Jährige. "Ich werde auch auf dem Trainingsplatz dabei sein."

Die Trainer der Nachwuchsbundesligateams: Von links U19-Trainer Thomas Krücken mit seinen Co-Trainern Thomas Effgen und Stanko Sremac sowie der neue U17-Trainer Sascha Meeth. Fotos: FSV Mainz 05

►Alle Artikel zum Trainingsbetrieb

► Zur Startseite