Trainingsabbruch nach Verletzung

Jörg Schneider. Mainz.
Schockmomente im Vormittagstraining des FSV Mainz 05: Karim Onisiwo sprang nach einem unglücklichen Zweikampf mit Gerrit Holtmann die linke Schulter aus dem Gelenk. Der Stürmer musste mit dem Rettungswagen in die Uni-Klinik gebracht werden. Weil auch für Stefan Bell nach einem Schlag aufs Knie das Training zu Ende war, brach Sandro Schwarz die Einheit kurzerhand vorzeitig ab. „Man hat den Spielern angemerkt, dass es für alle ein Schockmoment war. In den packenden Zweikämpfen gab es einige Warnsignale, da haben wir gedacht, wir machen besser Schluss. Man muss da nicht stur sein Ding durchziehen“, sagte der 05-Trainer.

Karim Onisiwo verletzte sich im Zweikampftraining unglücklich an der Schulter und musste in die Uni-Klinik. Fotos: Jörg SchneiderEs war eine dieser hochintensiven Spielformen, die der Trainer des FSV Mainz 05 regelmäßig auf den Trainingsplan seiner Profis setzt: Eins-gegen-eins-Duelle im Kleinfeld auf zwei Tore. In einem Zweikampf zwischen Gerrit Holtmann und Karim Onisiwo geschah das Malheur. Holtmann hatte den  Österreicher auf engsten Raum ausgetanzt, Onisiwo kam auf dem regennassen Rasen ins Rutschen, stützte sich unglücklich auf und blieb liegen. Die linke Schulter war offenbar bei der Aktion aus dem Gelenk gerutscht. Der 05-Außenbahnspieler konnte sich vor Schmerzen kaum rühren, geschweige denn selbstständig gehen. Die Mitspieler hoben den Außenstürmer auf die Ladefläche eines der Carts der Green-Keeper, der den Spieler behutsam zur Kabine kutschierte. Wenig später kam der Notarztwagen und brachte Onisiwo in die Uni-Klinik. Weil auch Stefan Bell in einem harten Zweikampf gegen Pablo De Blasis einen Schlag aufs Knie einstecken musste und nicht mehr weitermachen konnte, brach Sandro Schwarz die Trainingseinheit am Dienstagvormittag kurzerhand vorzeitig ab.

„Karim ist unglücklich ausgerutscht, die Schulter war draußen, die Physios konnten nichts machen. Wir müssen jetzt abwarten, wie der Stand der Dinge ist nach der Untersuchung“, sagte Schwarz nachher. „Es war ein intensives eins gegen eins. Wir hatten eigentlich vor, länger zu trainieren, haben dann aber gesagt, sparen wir uns die Körner für Samstag. Derr Gedanke war, das Ganze nicht weiter zu überspitzen. Es war schon ein tragischer Moment. Man hat den Spielern angemerkt, dass es für alle ein Schockmoment war. Bei Bell hat’s am Knie durchgeschlagen, da hoffen wir, dass es nichts Dramatisches ist. In den packenden Zweikämpfen gab es einige Warnsignale, da haben wir gedacht, wir machen besser Schluss. Man muss da nicht stur sein Ding durchziehen.“

Abtransport unter heftigen Schmerzen: Die Mitspieler hievten den verletzten Karim Onisiwo aufs Cart. Der Trainer brach die Einheit anschließend vorzeitig ab. Diese Übung, mit einem Zweikampf Mann gegen Mann beginnt, sich dann auf zwei gegen zwei und drei gegen drei auf engem Raum steigert, gehört zum Standardprogramm. „Das ist eine Form, die wir in zeitlichen Abständen immer wieder machen, weil sie einfach die Basics für alles abdeckt. Zweikampfverhalten, Schärfe in der Offensive, Ballbehauptung mit dem Gegner im Rücken“, erklärte Schwarz. Bisher führte die Spielform nur zur allgemeinen Total-Erschöpfung der Profis, solche schwereren Verletzungen wie am Dienstagmorgen gab es bislang nicht.

Zum Trainingsauftakt am Montag standen lediglich elf 05-Feldspieler auf dem Platz, am Dienstag war die Trainingsgruppe am Bruchweg schon wieder ziemlich groß. Die meisten der Nationalspieler waren zurück, lediglich Yoshinori Muto, Kenan Kodro, Abdou Diallo und Fabian Frei, die noch im Einsatz waren oder sind, werden im Laufe des Donnerstag erwartet. Frei absolviert heute Abend mit der Schweiz noch das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Portugal. Im Hinblick auf das Heimspiel am Samstag gegen den Hamburger SV muss der 05-Trainer sein besonderes Augenmerk auf den Fitness-Zustand von Muto richten, der die beschwerlichsten Reise-Strapazen hinter sich haben wird. Schwarz kündigte an, mit dem Japaner ausgiebig zu reden, Trainingseindrücke zu sammeln, um entscheiden zu können, ob es mit dem Mittelstürmer am Samstag geht oder Muto eine Jokerrolle erhält. „Wir müssen auch abwarten, was jetzt beim Karim und Stefan herauskommt“, sagte der 38-Jährige. Onisiwo dürfte jedoch unter normalen Umständen nicht einsatzfähig sein im Heimspiel. Nicht im Mannschaftstraining sind weiterhin Niko Bungert und Gaetan Bussmann. Beide sollen eventuell nächste Woche einsteigen. Torhüter Robin Zentner hat ein letztes Aufbautraining absolviert und soll am Mittwoch wieder mit der Mannschaft arbeiten.  

 

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