Und auch das Wetter ist besser in Mainz

Jörg Schneider. Mainz.
Für Maximilian Beister ist der Wechsel zum FSV Mainz 05 ein Neuanfang. Der Stürmer, der ablösefrei vom Hamburger SV kam, hat wegen eines Kreuzbandrisses und weil er bei einem Verein war, bei dem er kaum eine Rolle spielte, 15 Monate Bundesliga verpasst. Am Bruchweg will der 24-Jährige nun wieder Fuß fassen, sich dem Konkurrenzkampf in der Offensive stellen und über kurz und oder lang einen Stammplatz besetzen. „Ich möchte beweisen, was ich wirklich kann. Das durfte ich den letzten Monaten nicht. Daraus ziehe ich meine Motivation“, sagt Beister im Pressegespräch.

Maximilian Beister will in Mainz beweisen, was er kann und Stammspieler in der Bundesliga werden. Dafür schuftet der 05-Profi eifrig in den Trainingseinheiten. Foto: Jörg SchneiderEin gängiges Vorurteil möchte Maximilian Beister als allererstes entkräften. „Ich sträube mich gegen Behauptungen, ich sei verletzungsanfällig. Ich sehe das überhaupt nicht so“, betont der neue Außenstürmer des FSV Mainz 05 im Pressegespräch am Bruchweg. „Ich rede ungern über Verletzungen, weil ich in meiner Karriere erst eine schwere hatte. Die allerdings hat mich komplett umgehauen.“ Ein Kreuzbandriss raubte dem Profi ein ganzes Jahr. Nicht nur deshalb ist Mainz 05 ein Neuanfang für den 24-Jährigen. Ein Neu-Start nach langer Verletzung und vielen Dingen, die bei seinem bisherigen Verein im vergangenen Jahr nicht gut gelaufen sind. „Ich will neu Fuß fassen und glaube, dass ich dafür am richtigen Ort bin“, sagt Beister. „Ich freue mich, dass ich hier in Mainz die Chance habe, nach einer langen Durststrecke mal wieder eine komplette Sommer-Vorbereitung mitzumachen. Das war jetzt zwei Jahre lang nicht der Fall.“ Und bisher bestätige sich sein Eindruck, dass er mit den 05ern einen Klub gefunden habe, der nach außen hin Ruhe ausstrahle, in dem intern Ruhe herrsche, in dem man lernen und Fehler machen dürfe, die verziehen würden. „Mein persönliches Ziel ist, mich wieder so in Tritt zu bringen, wie ich vor der Verletzung war. Und irgendwann einen Stammplatz in der Bundesliga zu haben.“

Er habe nun seit 15 Monaten nicht Bundesliga gespielt. Das merke er in den intensiven Trainingseinheiten, die Martin Schmidt mit dem Kader in dieser ersten Phase der Vorbereitung durchzieht. „Ich mache mir aber keinen Kopf. Ich habe noch vier Wochen, um mich vernünftig vorzubereiten und bin langfristig hier gebunden. Da will ich mir keinen Druck machen, wann ich bei 100 Prozent bin.“

Beister hat am Bruchweg einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Das Kapitel Hamburger SV will der 05-Profi damit endgültig abhaken. Auch wenn es schwer fällt. Denn der HSV war immer eine Herzensangelegenheit für den Spieler. Seit der C-Jugend spielte er in diesem Klub. Bis die Verantwortlichen dem Profi kürzlich mitteilten, dass der Verein keine Verwendung mehr für Beister habe. Ohne dem Spieler die Beweggründe für diese Entscheidung näher zu erläutern. „Das war ein Schlag ins Gesicht. Mir ist es drei, vier Tage lang nicht gut gegangen“, sagt der 24-Jährige. „Aber ich muss nach vorne schauen, mich nicht damit beschäftigen wie es in den letzten drei Jahren in Hamburg gelaufen ist.“

Dem harten Konkurrenzkampf stellen

Dass Beister nur einen Tag, nachdem der HSV seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag auflöste und dem Spieler eine Abfindung gezahlt hatte, zum Bruchweg wechselte, hat viele verwundert. Besonders in Hamburg. Die Bundesliga sei sein primäres Ziel gewesen. „Wenn du die Chance hast, dort zu spielen, willst du das ungern eintauschen. Das ist doch legitim“, sagt Beister. „Das war ja nicht verboten. Ich musste doch niemandem erzählen, für welchen Verein ich mich interessiere und wo ich mich hin orientiere“, sagt er. Es sei um seine sportliche Zukunft gegangen. Und Mainz 05 habe ihn sofort überzeugt mit der Philosophie und der Konzeption des 05-Fußballs, die ihm Martin Schmidt und Christian Heidel vorgelegt hatten. „Das habe ich gebraucht, um überzeugt zu sein.“

Das Leben in Hamburg sei schön gewesen für ihn als gebürtigen Norddeutschen. „Ganz weg von dort sein werde ich auch nie, weil dort meine Familie und viele Freunde sind.“ In Mainz fühle er sich jedoch auf Anhieb wohl. „Als ob ich schon ein paar Jahre hier wäre. Mir gefällt, auf was hier Wert gelegt wird und das ganze Miteinander. Außerdem ist hier das Wetter schöner als in Hamburg.“

Trotzdem weiß Beister, dass ihm ein harter Konkurrenzkampf bevorsteht. Denn die Positionen auf den Flügeln des Bundesligisten sind gut und umfangreich besetzt. „Dem werde ich mich stellen. Und ich habe auch das Selbstbewusstsein zu sagen, dass ich mich durchsetzen kann. Es ist gut, so viel Konkurrenz zu haben, weil man nie nachlassen kann. Ich merke aber trotzdem, wie gemeinschaftlich das von der Mannschaft gelebt wird. Das finde ich sehr lobenswert“, sagt der Stürmer. Der Einstand ist Maximilian Beister schon mal gelungen mit dem Doppelpack im Testspiel in Meisenheim (6:0) und dem ersten 05-Treffer dieser Vorbereitung. „Jedes Tor gibt natürlich Selbstvertrauen. Das hat mich gefreut, macht mich aber nicht zufrieden. Ich möchte beweisen, was ich wirklich kann. Das durfte ich den letzten Monaten nicht. Daraus ziehe ich meine Motivation.“

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