Und nachher geht’s in die Eistonne

Jörg Schneider. Mainz.
Mit einem an die Temperaturen angepassten Belastungsprogramm quälen sich die Fußball-Profis des FSV Mainz 05 derzeit trotz der Hitze durch ihre Saisonvorbereitung. Bei der Vormittagseinheit am Donnerstag stand erstmals auch der Spanier Jairo, der beim Trainings-Auftakt noch krank gefehlt hatte, auf dem Platz. Und auch Loris Karius trainierte trotz seiner Patellasehnen-Probleme 45 Minuten lang mit dem Team.

Viel Hitze, wenig Schatten und intensive Arbeit: Da kann man schon mal wie Fabian Frei das Gesicht verziehen in der Pause. Foto: Jörg SchneiderBei dieser Hitze läuft das normale Leben eher im Kriechgang ab, auf der Suche nach schattigen und luftigen Plätzen. Für die Fußballer des FSV Mainz 05 gilt das zumindest an zwei Vormittagsstunden nicht. Die Bundesliga-Profis absolvieren in der prallen Sonne am Bruchweg ihr intensives Programm zur Vorbereitung auf die neue Saison. Zwar immer wieder unterbrochen von Trinkpausen im schmalen Schattenstreifen an der Außenbande. Ermüdend und extrem schweißtreibend ist die Geschichte dennoch.

Denn Martin Schmidt arbeitet mit seinen Spielern an den Grundlagen. „Klar, wir müssen die Belastung etwas anpassen. Der Reiz, den wir in den Einheiten setzen, hat bei 35 Grad eine andere Wirkung beim Spieler als bei 20 Grad“, sagte der 05-Trainer nach dem Donnerstagstraining. Schmidt hat die Spielformen etwas verkürzt. Statt vier Minuten wird nur drei Minuten belastet, dann muss getrunken und durchgepustet werden. „Das passt schon“, sagt der Schweizer, der natürlich am Anfang einer Saisonvorbereitung auch ein wenig die Leidensfähigkeit seiner Akteure testen will. Neben der Belastung sei jedoch auch die Entlastung sehr wichtig. „Wir haben jetzt vier harte Einheiten absolviert, jetzt ist frei bis morgen. Dann geht’s weiter“, sagt der Trainer und schickt seine Profis zum Abkühlen in die Eistonne.

Der Spanier Jairo, der wegen einer Magen-Darm-Infektion seit dem Auftakt gefehlt hatte, ist wieder ins Training eingestiegen. Und auch Loris Karius stand überraschend auf dem Trainingsplatz. Eine gute Dreiviertelstunde lang trainierte der Torhüter mit dem Team. „Ich habe einige Übungen mitgemacht, ein paar Bälle gehalten und ein paar Abschläge gemacht. Nur bei den Absprüngen muss ich noch dosieren, aber sonst ging das alles. Ich denke, ich bin auf einem gutem Weg.“

Karius war am Mittwoch zur Untersuchung bei einem Kniespezialisten in Basel und wird zur Sicherheit noch ein MRT in der Mainzer Uni-Medizin durchführen. „Um zu sehen, dass wirklich keine Risse in der Patellasehne da sind“, sagt der 21-Jährige. Der 05-Keeper plagt sich mit einem Patella-Spitzen-Syndrom herum. In Basel habe er sich bei den Fachleuten erkundigt, welche zusätzlichen Behandlungs- und Trainingsmöglichkeiten er noch in Angriff nehmen könne. „Es ist ein langwieriger Prozess, bis alles komplett weg ist und ich ganz schmerzfrei bin.“ Doch spätestens Mitte nächster Woche, so hofft der 05-Schlussmann, wolle er dann im vollen Umfang in die Vorbereitungsarbeit einsteigen.