Vom Robin Hood Airport ins New York Stadium

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 überrascht in diesem Jahr mit einem außergewöhnlichen Testspielprogramm. Nach den Begegnungen mit den Spitzenklubs aus Frankreich und Italien, AS St. Etienne, AS Monaco und Lazio Rom, bestreitet der Bundesligist nun auch seine Abschlusspartie der Saisonvorbereitung auf internationalem Terrain. Die Mannschaft von Martin Schmidt spielt am Samstag, 1. August (15 Uhr Ortszeit) beim englischen Zweitligisten Rotherham United. Eine Woche später geht's dann zum DFB-Pokal nach Cottbus.

Im vergangenen Jahr spielten die 05er in England gegen Burton Albion und gewannen den Test mit 1:0. Und Burton Albion war der erste Liga-Gegner von Rotherham United in dessen neuem Stadion. Die Millers gewannen 3:0. Foto: Jörg Schneider Was das Testspielprogramm seiner Mannschaft anbetrifft, geht Martin Schmidt in der Saisonvorbereitung komplett andere Wege als seine Vorgänger beim FSV Mainz 05. Der 05-Trainer schickt seine Profis nach dem leichten Aufgalopp gegen unterklassige Gegner zum Auftakt ausschließlich in schwere internationale Begegnungen. Das hat es in dieser Form und derart komprimiert noch nicht gegeben beim Bundesligisten. Im Trainingslager, das die 05er ab Freitag am Genfer See beziehen, treten die Mainzer gegen die französischen Spitzenvereine AS St. Etienne (am Sonntag 19.30 Uhr in Albertville) sowie AS Monaco (Mittwoch, 22. Juli, 19 Uhr in einem Vorort von Genf) an. Eine Woche später steigt am Bruchweg (19 Uhr) der Höhepunkt der Vorsaison-Phase mit dem Heimspiel gegen Lazio Rom. Und zum Abschluss hat der Klub nun noch ein weiteres internationales Freundschaftsspiel vereinbart: Am Samstag, 1. August (15 Uhr Ortszeit, 16 Uhr deutscher Zeit) beim englischen Zweitligisten Rotherham United – eine Woche vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei Energie Cottbus (Sonntag, 9. August, 20.30 Uhr).

In den ersten drei Begegnungen auf dem internationalen Parkett spielen Schmidts Profis gegen Mannschaften auf hohem europäischen Niveau. Monaco und Rom nutzen das Treffen gegen die 05er als Vorbereitung auf ihre Qualifikation für die Champions League. Die Außenseiterrolle, heißt es am Bruchweg, sei nicht schlecht für die Mannschaft vor dem Saisonstart. Quasi als Vorgeschmack auf die schwere Bundesligarunde. Mögliche Niederlagen sind einkalkuliert. In Rotherham, einer Stadt vor den Toren Sheffields in South Yorkshire in Nord-England, erwartet das 05-Team dann ein Gegner, der in England "The Millers" genannt wird und eher den rauen Fußball-Alltag dokumentiert. Eine Aufgabe, die dem vielleicht etwas näher kommt, was die Mainzer in Cottbus erwartet.

„Es war der Wunsch unseres Trainers noch ein solches Spiel gegen einen solchen Gegner auszutragen“, sagt Axel Schuster. Der Teammanager stellte sich der Herausforderung und fand Rotherham United, eine Mannschaft, die als Aufsteiger den Klassenverbleib in der englischen Zweiten Liga schaffte. Hierzulande war ein Testspielgegner auf diesem Level nicht aufzutreiben, denn sowohl die Zweite als auch die Dritte Liga haben dann schon ihre Meisterschaftsrunde begonnen.

In England beginnt die Zweitliga-Spielzeit etwas später. Und auch auf der Insel gab es offenbar Mannschaften, die noch einen Gegner für ein internationales Abschluss-Testspiel suchten. „Da gibt es Agenturen, die wir kennen, die solche Begegnungen vermitteln“, sagt der 05-Teammanager. Und die Mainzer simulieren in Rotherham den Ernstfall.  „Wir werden dieses Spiel wie ein ganz normales Auswärtsspiel behandeln, am Tag vorher anreisen und nach Ende der Partie dann wieder zurück nach Deutschland fliegen“, sagt Schuster. Mit einer Chartermaschine geht’s vom Flughafen Hahn aus zum Robin Hood Airport im nahegelegenen Doncaster. Die Partie steigt im New-York-Stadium von Rotherham, einer modernen, 12.000 Zuschauer fassende Arena, die 2012 in Betrieb genommen wurde. „Die ganze Reise ist für uns nicht viel aufwendiger als ein Auswärtsspiel in Hamburg“, sagt der Teammanager.

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