Wenig Eigenwerbung in Fulda

Jörg Schneider/Christian Karn. Fulda.
Nicht allzu überzeugend, aber immerhin mit einem einigermaßen deutlichen Sieg hat die Rumpftruppe des FSV Mainz 05 ohne ein paar Angeschlagene und ohne die Nationalspieler das Testspiel beim Hessenligisten Borussia Fulda hinter sich gebracht. Nach dem Rückstand durch einen Handelfmeter trafen Yunus Malli, Pablo de Blasis und zweimal Philipp Klement zum 4:1 (1:1) für die Mainzer. So gar keine Werbung für sich machte dabei Henrique Sereno.

Borussia Fulda - FSV Mainz 05 1:4 (1:1)

Mittwoch, 2. September 2015, 1.550 Zuschauer.

FSV Mainz 05: Curci - Brosinski, Sereno (24. Bell), Hack, Bussmann - Moritz (76. Pflücke), Latza (63. Bohl) - de Blasis, Malli (46. Klement), Parker (63. Schilk) - Niederlechner.

Tore: 1:0 Trägler (22., Handelfmeter, Sereno), 1:1 Malli (32., de Blasis), 1:2 de Blasis (57., Parker), 1:3 Klement (66., aus dem Getümmel), 1:4 Klement (87., nach Solo).

Gegen Hannover 96 war Henrique Sereno zum ersten Mal im Spieltagskader des FSV Mainz 05; bis heute hatte der portugiesische Neuzugang lediglich zwölf Testspielminuten gegen Lazio Rom mitgemacht. Im Testspiel der Mainzer beim Hessenligisten Borussia Fulda machte kaum einer aus dem Profikader nachhaltig positive Eigenwerbung; Sereno aber dürfte sich sogar geschadet haben: Nach 24 Minuten hatte 05-Trainer Martin Schmidt genug vom Innenverteidiger und wechselte diesen vorzeitig aus. Grund dafür dürfte weniger der Handelfmeter gewesen sein, den Sereno zwei Minuten zuvor mehr oder weniger verursacht hatte; beim ersten Angriffsversuch der Borussia hatte er den Arm nicht rechtzeitig wegbekommen und wurde angeschossen, Marcel Trägler traf zur Führung des Hessenligisten. So etwas kann vorkommen. "Es war eine Abstimmungs- und Kommunikationssache", erklärte Schmidt den frühen Wechsel. "Es hat nicht gepasst, er hat Anweisungen nicht befolgt."

Henrique Sereno stellte seinen Trainer nicht zufrieden: Schon nach 24 Minuten war Schluss für den Portugiesen. Foto: Bannick/Mainz 05Ohne die Nationalspieler, ohne die Langzeitverletzten und ohne Jairo Samperio (Bluterguss an der Wade), Niko Bungert (Verhärtung im Oberschenkel), Christian Clemens (Reizung am rechten Fuß) und Niki Zimling (krank), dafür mit den Debütanten Gianluca Curci im Tor und Gaetan Bussmann links hinten, brachten die 05er lange wenig Konstruktives auf den Rasen. 

Der italienische Torhüter hatte nahezu nichts zu tun. Curci bekam zwei Schüsse aufs Tor. Der Elfmeter war drin. Den Freistoß, der kurz vor der Halbzeit durch die Mauer rutschte, parierte der Neuzugang aus Rom wie ein Tippkick-Torwart, dem man aufs Knöpfchen drückt. Auch der französische Linksverteidiger war kaum zu bewerten. Bussmann spielte solide, wurde halt nicht gefordert. Der Zugang aus Metz deutete an, keine Scheu vor harten Zweikämpfen zu haben, sich gut im Raum zu bewegen. Umschaltmöglichkeiten gab es nicht für Bussmann, weil die Borussia sich nahezu ausschließlich aufs Verteidigen beschränkte. Die 05er hatten Ballbesitz, kamen aber nicht gut durch gegen die Mauer aus Fulda. Sie verhedderten sich, spielten einfach nicht gut in einem dieser typischen Länderspielpausen-Testkicks.

Der Ausgleich fiel in der 32. Minute. Pablo de Blasis steckte den Ball am Strafraum durch auf Yunus Malli, der traf. Von de Blasis' Brust dotzte vier Minuten später eine Flanke von Stefan Bell ins Tor - kein 2:1, Abseits.

Die Einwechslung von Philipp Klement zur Halbzeit brachte Schwung ins Spiel. Und in der letzten guten halben Stunde die Tore. Mit dem Führungstreffer hatte der Zehner der Mainzer Drittligamannschaft nicht viel zu tun; Fuldas Torwart wehrte eine Flanke von Devante Parker schlecht ab, de Blasis bekam den Ball vor die Füße und schoss das 2:1 (57.). Danach traf Klement zweimal, erst in der 66. Minute aus dem Getümmel nach einer Flanke von links, dann in der 87. Minute als Abschluss eines schönen Solos. In der Schlussphase hätten noch mehr Tore fallen können. Der Borussia ging die Energie aus, die 05er hatten kleinere und größere Chancen im Minutentakt.

"Wir haben uns schwer getan", sagte Schmidt. "Das Passspiel war nichts. Wir haben nicht auf den Punkt konzentriert gespielt gegen einen Gegner, der ja doch nur verteidigt hat. Besser geworden sind wir, nachdem Bell drin war. In der zweiten Hälfte haben wir vernünftig gespielt und konnten wenigstens ein bisschen zeigen, warum wir ein Bundesligist sind und dass wir Qualität haben, wenn wir schnell spielen. Uns ist dabei zugute gekommen, dass der Rasen nass war. Damit wurde das Spiel schneller."

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