Wieder da

Christian Karn. Mainz.
2014/15 - eine ereignisreiche und spannende Saison für den FSV Mainz 05 in der Bundesliga mit Höhen und Tiefen, aufregend und facettenreich. Mit Erfolgen und Niederlagen, alten und neuen Protagonisten. Die nullfünfMixedZone beleuchtet noch einmal die neunte Bundesligasaison der Fußballer vom Bruchweg mit Geschichten, Bildern und Zahlen, mit Besonderheiten und Randerscheinungen. Heute geht es weiter mit der zweiten Folge des Rückblicks auf die Rückrundenspiele: Die Wiederbelebung des Mainz-05-Fußballs unter Martin Schmidt.

Tee mit Honig bei der Vorstellung: Martin Schmidt war schon Bundesliga-Trainer, aber seine Stimme lag noch in der 3. Liga.Auf einen Abstiegskampf hatte Kasper Hjulmand den FSV Mainz 05 nicht geführt. Aber nach dem 2:4 in Dortmund schien das nur noch eine Frage der Zeit zu sein; der starrköpfige Däne musste sich vorwerfen lassen, seinen Entwicklungsplänen das Tagesgeschäft zu sehr unterzuordnen und die Gefahr lauerte, dass die Entwicklung in der zweiten Bundesliga stattfinden würde. Wie beim vorvergangenen Mal tauschten die 05er den Trainer an Fastnacht vorzeitig aus. Damals übernahm Jürgen Klopp zunächst für zwei Spiele, später für fast siebeneinhalb Jahre von Eckhart Krautzun. Diesmal wurde erneut ein Mann aus dem eigenen Bestand zum Chefcoach befördert: Der nach einem hitzigen Drittligaspiel noch gesundheitlich etwas angeschlagene U23-Trainer Martin Schmidt wurde erst einmal ohne konkrete Laufzeit Bundesligatrainer. Erst ein paar Wochen später machten die 05er die neue Konstellation mit einem Dreijahresvertrag offiziell. Bis dahin musste Schmidt die 05er nicht unbedingt wiederbeleben, sondern sie eher zu ihrem gewohnten Spiel zurückführen. Los ging es direkt mit dem Derby.

 

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:1)

Samstag, 21. Februar 2015, 33.237 Zuschauer.

Der FSV ist wieder da. Das sagten die Fans hinter dem Tor - und wer kann widersprechen? Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Martin Schmidt drehte der FSV Mainz 05 in der nahezu ausverkauften Coface Arena zum ersten Mal in der Saison einen Rückstand und gewann 3:1 (1:1) gegen den Nachbarn Eintracht Frankfurt, der damit weiterhin noch nie in Mainz gegen eine 05-Profimannschaft gewonnen hat.

Die drei Torschützen gegen die Eintracht: Christian Clemens (links, im Vordergrund), Johannes Geis (hinter ihm) und Yunus Malli (am Boden).

Personell hatte Schmidt gar nicht viel verändert. Der Unterschied in der Spielweise war größer: Die 05er hatten die frühen Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte, sie setzten den Gegner anders als zuletzt unter Druck, sie hatten einen offensiven Plan. Was immer noch fehlte, waren die klaren Abschlüsse. Statt dessen fingen sich die 05er nach einem verschluderten Einwurf in der gegnerischen Hälfte einen Konter ein, verteidigten schlecht. Über drei Zwischenstationen wanderte der Ball von Aigner zurück zu Aigner, der aus spitzem Winkel zur Führung traf. Die hielt aber nur drei Minuten: Die 05er konterten ihrerseits über Yunus Malli und Shinji Okazaki, für Christian Clemens stand das Tor weit offen.

Die zweite Hälfte begann mit einem Überfall der Mainzer. Vom Anstoß weg wollten die 05er zum Tor, blieben stecken, holten sich aber den Ball zurück. Pablo de Blasis, mit dem die Eintracht große Probleme hatte, zog neben dem Strafraum einen Freistoß, den Johannes Geis aus spitzem Winkel hoch aufs kurze Eck zog. Eintracht-Torwart Kevin Trapp schlug sich den Ball ins Tor. Den nächsten Angriff eröffnete Loris Karius. Geis spielte einen grandiosen Außenristpass auf de Blasis, der ließ Timothy Chandler mit einer Körpertäuschung umfallen, legte von linksaußen zurück auf Malli, der das 3:1 schoss.

Weiter ging es mit Frustfouls. Carlos Zambrano beendete schließlich seinen Auftritt vorzeitig mit Gelb-Rot. Und während die 05er ihre Derbysieger feierten, stellte der Frankfurter Manager Bruno Hübner unerwartete Thesen über den Wert seines Torjägers Alex Meier und über den Umgang der Gegenspieler mit Zambrano auf.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Bengtsson - Geis, Baumgartlinger - Clemens (73. Jairo), Malli (89. Soto), de Blasis - Okazaki (77. Koo).

Tore: 0:1 Aigner (35., Seferovic), 1:1 Clemens (38., Okazaki), 2:1 Geis (47., direkter Freistoß), 3:1 Malli (50., de Blasis).

Gelb-Rote Karte: Zambrano (83., wdh. Foulspiel).

 

TSG Hoffenheim - FSV Mainz 05 2:0 (0:0)

Samstag, 28. Februar 2015, 24.310 Zuschauer.

Seinen möglicherweise stärksten Auswärtsauftritt der Bundesligasaison 2014/15 vergeigte der FSV Mainz 05 in Hoffenheim recht sinnlos. Mangels Chancenverwertung und durch einen einzigen defensiven Aussetzer verloren die 05er gegen die über weite Strecken der Partie deutlich unterlegene TSG Hoffenheim 0:2. Einen Grund, dieses Spiel zu verlieren, gab es nicht.

Enttäuschte 05er in Hoffenheim: Es gab überhaupt keinen Grund, dieses Spiel zu verlieren - aber manchmal passiert's halt einfach... Foto: imagoDefensiv hatten die 05er über lange Phasen der Partie die fast vollendete Kontrolle. Vorne kamen die guten Aktionen nicht im Minutentakt, aber häufig genug, um in Führung zu gehen. Aber Shinji Okazaki, der Hoffenheimer Verteidiger Tobias Strobl mit einer sicherlich anders geplanten Abwehraktion, wieder Okazaki, Pierre Bengtsson, Yunus Malli, Christian Clemens, wieder Malli verpassten in der ersten Hälfte das Mainzer Führungstor.

Nach der Pause hatten die Mainzer Glück bei Chancen von Adam Szalai und Roberto Firmino. Dann fiel die Führung der TSG - dank eines Kollektivfehlers der 05-Abwehr: Nur Daniel Brosinski und Loris Karius (sowie deutlich im Abseits Szalai) waren beim Pass in die Spitze in der Mainzer Hälfte. Szalai orientierte sich einen Schritt weit zum Ball, merkte dann aber, dass das eine dumme Idee war. Und die 05er reagierten zu spät auf die Nachrücker. Roberto Firmino ging links durch und spielte nach rechts auf Kevin Volland, der hatte ein leeres Tor vor sich und schob mühelos ein.

Die Mainzer reagierten mit Dauerbeschuss des Hoffenheimer Tors. Strobl wurde im Strafraum zweimal binnen Sekunden abgeschossen, hatte Hand und Arm aber weit weg vom Ball. Okazaki kam nicht gut an eine Flanke von rechts. Ermin Bicakcics Arm wiederum hatte im Strafraum Kontakt zum Ball und in der Hinrunde wäre der Elfmeter gepfiffen worden; nach größeren Diskussionen haben sich die Schiedsrichter die exzessive Handelfmeterei aber bekanntlich im Herbst wieder abgewöhnt. Es gab immer noch keinen Grund, das Spiel zu verlieren, das 1:1 schien eine Frage der Zeit zu sein. Niko Bungert, Pablo de Blasis, Okazaki hatten weitere Möglichkeiten, doch auf einmal war das Spiel durch Eugen Polanskis Kopfballtor verloren.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Bengtsson - Geis, Park (78. Hofmann) - Clemens (72. Jairo), Malli (86. Soto), de Blasis - Okazaki.

Tore: 1:0 Volland (55., Roberto Firmino), 2:0 Polanski (76., Beck).

 

FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 2:2 (0:1)

Samstag, 7. März 2015, 34.000 Zuschauer.

Eins der sehenswerteren Comebacks zeigte der FSV Mainz 05 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach: Ein nahezu verlorenes Spiel hätte der FSV Mainz 05 nahezu noch gewonnen. Und das wäre nicht einmal unverdient gewesen. Das Publikum war begeistert von diesem 2:2 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach. 

Die Gäste hatten lange Zeit überhaupt keine Offensive. Sie gingen auf Ballbesitz, spielten massenhaft Querpässe von Innenverteidiger zu Innenverteidiger, hatten unzählige Ballkontakte, aber wenig Zielstrebiges. Die 05er sahen zu, den Ball frühzeitig nach vorne zu bekommen, was bisweilen zu Torchancen führte. Doch auf einmal stand es 1:0 für die Gäste. Aus dem Nichts. Ibrahima Traoré hatte rechts etwas zu viel Platz, etwas zu viel Zeit. Die Flanke des Rechtsaußen kam perfekt, fiel im Strafraum fast senkrecht auf den Kopf von Raffael, der den Ball knapp neben dem Pfosten ins Netz brachte.

Nach einer Stunde erhöhten die 05er den Druck. Auf einmal war Tempo im Spiel und in den Aktionen. Es gab weitere Möglichkeiten und wieder überraschend das 0:2. Fabian Johnsons flacher Querpass von links rutschte durch, Karius reagierte zwar schnell auf Raffaels Schuss, aber hatte keine Abwehrchance. 

Der Angriff war zu breit für den Gladbacher Torhüter Yann Sommer: Am langen Pfosten ist Shinji Okazaki zuerst am Ball und trifft zum 2:2. Foto: imago

Die Entscheidung? Keine abwegige These. Doch ein 30-Meter-Freistoßtor von Johannes Geis brachte die 05er schnell zurück in die Partie. Gegen die körperlich nachlassenden Gladbacher war das der Startschuss zur Schlussoffensive - die jedoch nach einer Minute schon hätte vorbei sein können. Aber Max Kruse traf den Pfosten - und Okazaki besorgte den Ausgleich.

Die 05er wollten mehr. Aber ihnen lief die Zeit davon. Julian Baumgartlinger, Pablo de Blasis, Okazaki, Ja-Cheol Koo mitsamt diversen Nachschützen, wieder Okazaki hatten die Chancen zum Führungstor. In der 92. Minute schoss Koo nochmal vorbei. Baumgartlinger hatte zwei Sekunden nach Ablauf der angezeigten zwei Nachspielminuten eine allerletzte Chance - wieder vorbei. Es hätte gelingen können, nach 0:2 den Tabellendritten zu schlagen. Aber auch mit dem 2:2 waren die 05er gar nicht unzufrieden.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Park - Geis, Baumgartlinger - Clemens (46. Hofmann), Malli (87. Koo), de Blasis - Okazaki.

Tore: 0:1 Raffael (26., Traoré), 0:2 Raffael (67., Johnson), 1:2 Geis (73., direkter Freistoß), 2:2 Okazaki (77., Bell).

 

FC Augsburg - FSV Mainz 05 0:2 (0:1)

Samstag, 14. März 2015, 28.359 Zuschauer.

Am 25. Spieltag war der FSV Mainz 05 der große Gewinner in der unteren Hälfte der Bundesliga. Während die Konkurrenz nahezu geschlossen verlor, räumten die 05er dem FC Augsburg erst das Arsenal leer, dann schlugen sie die Schwaben mit deren Waffen - mit einer robusten, kämpferischen, abgeklärten Leistung, einem unbändigen Selbstvertrauen und zwei Toren ihrer Offensiv-Asiaten. Shinji Okazaki brachte die 05er in Führung, eine Führung, die fast nie gefährdet war. Und kurz vor Schluss machte Ja-Cheol Koo mit dem 2:0 alles klar.

Den Spielern wird's wahrscheinlich nicht mal bewusst gewesen sein - aber in Augsburg feierten die 05er den 100. Sieg ihrer Bundesliga-Historie. Foto: imagoZunächst mussten die 05er gezwungenermaßen viel Arbeit gegen den Ball verrichten. Ihr eigener Ballbesitz taugte in der Anfangsphase wenig. Es war ein zögerliches Spiel beider Mannschaften. Beide warteten ab, beide scheuten zunächst jegliches Risiko. Beide verengten die Räume, suchten Überzahlsituationen gegen den Ball, machten das gut.

Daher fiel das erste 1:0 der 05er unter Martin Schmidt überraschend. Nach einer guten Umschaltaktion und einer kurzen Flanke von Pablo de Blasis traf Okazaki. Die 05er hatten bis dahin vielleicht nicht sehr gut, aber auch nicht schlecht gespielt. Sie waren dem FCA ein lästiger Gegner, ließen den Europapokal-Aspiranten nie so spielen, wie der es gerne hätte. Sie waren effizient, sie führten.

Und begegneten dem FCA im Verlaufe der zweiten Hälfte mit dessen eigenen Waffen: Mit Robustheit, mit einer gewissen Unhöflichkeit, mit großer Konsequenz ließen sie die Augsburger immer wieder abprallen, all das allerdings bemerkenswert fair. Sie liefen hoch und fleißig an, machten immer noch kein kein überragend attraktives Spiel, aber ein geschicktes. Sie bestimmten, in welchen Räumen der FCA den Ball bewegen durfte. Und sie strahlten weiterhin ein bemerkenswertes Zutrauen in die eigene Stabilität aus. Sie schienen fest daran zu glauben, diese Aufgabe lösen, die Führung verteidigen zu können. Und der FCA mühte sich weiterhin ab, fand weiterhin nicht in die gefährlichen Räume - bis aus dem Nichts der gerade eingewechselte Ex-Mainzer Shawn Parker einen verunglückten und dennoch extrem gefährlichen Schuss abgab, den Karius blitzschnell parierte. Große Schrecksekunde, nichts passiert.

Am Ende der kleinen, geduldige 05-Schlussoffensive presste Koo, der ehemalige Augsburger, Tobias Werner den Ball ab, schlug im Strafraum einen letzten Haken und traf von links unter die Latte. 2:0 in der 89. Minute, die Entscheidung. In der Nachspielzeit barcelonisierten die 05er den FCA regelrecht, spielten in den großen Freiräumen in dessen Hälfte schnelle Direktkombinationen, hielten den Ball dabei weit weg von den Gegenspielern, nur Torchancen ergaben sich daraus nicht mehr. Die waren aber auch nicht mehr nötig.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Park - Geis, Baumgartlinger - Hofmann (21. Koo), Malli (92. Soto), de Blasis (63. Jara) - Okazaki.

Tore: 0:1 Okazaki (34., de Blasis), 0:2 Koo (89., nach eigener Balleroberung und Solo).

 

FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)

Sonntag, 22. März 2015, 32.236 Zuschauer.

Auf den Zaun bestellten die 05-Fans niemanden nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg, aber sie zeigten ihren Profis, wie gut ihnen die Partie gefallen hatte. "Ihr wart besser als der VfL", schallte es den 05-Spielern entgegen, die mit einer über weite Phasen beeindruckenden Leistung den Unterschied von neun Tabellenplätzen hatten nicht erkennen lassen, aber am Ende bei aller Überlegenheit wieder einmal nicht das Glück hatten, den kommenden Vizemeister zu schlagen. Ein einziger Fehler kostete den Sieg.

Niko Bungert trifft zum 1:0 - auch weil sich sein Gegenspieler Timm Klose noch nicht vom Brummschädel erholt hat.Die Wolfsburger Timm Klose und Luiz Gustavo waren die entscheidenden Spieler beim 1:0. Der Brasilianer spielte in der sechsten Minute einen gefährlichen Rückpass ins Niemandsland, den der Torwart Diego Benaglio regelwidrig in die Hand nahm. Mit dem indirekten Freistoß schoss Johannes Geis den Schweizer Verteidiger kurzerhand um, brachte selbst den folgenden Eckball vors Tor - und weil Klose nach dem Treffer ins Gesicht noch etwas groggy war, hatte Niko Bungert freie Bahn zum Kopfballtor (8.).

Erst nach einer guten halben Stunde wurden die Wolfsburger leidlich gefährlich. Die besseren Aktionen hatten immer noch die 05er. Doch dann machte Julian Baumgartlinger seinen einzigen Fehler, rutschte im Mittelfeld als ballführender Spieler auf dem matschigen Rasen aus, verlor die Kugel an den schnell reagierenden Luiz Gustavo. Aus dessen Pfostenschuss ergab sich ein Eckball und Luiz Gustavos 1:1.

Aber das Tor in der ersten brauchbaren Offensivszene des VfL war kein großer Schock für die Mainzer, die ab der 70. Minute mit Vehemenz versuchten, wieder in Führung zu gehen. Bald wurde es richtig laut in der in den Mainzer Blöcken ausverkauften Coface Arena - rund 31.000 05-Freunde müssen im Stadion gewesen sein, möglicherweise das größte eigene Publikum, das die 05er je hatten: Yunus Malli, nicht der, von dem man solche Szenen normalerweise gezeigt bekommt, unterband mit einer großartigen Grätsche einen Wolfsburger Überzahlkonter. Der Zehner war einer von mehreren Spielern, die in der Strafraumbelagerung der Nachspielzeit aus allen Lagen die Schüsse abfeuerten. Die Wolfsburger warfen sich mit aller Macht dazwischen, Nachschuss und Nachschuss und Nachschuss flogen ihnen entgegen, aber am Ende kam dem VfL mit einem Punkt davon. Um den zu behalten, hatten die Wolfsburger eine Menge getan, aber ein gewisses Glück war nötig.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Park - Geis, Baumgartlinger - Koo, Malli, de Blasis (82. Jara) - Okazaki.

Tore: 1:0 Bungert (8., Geis), 1:1 Luiz Gustavo (60. Naldo).

 

SV Werder Bremen - FSV Mainz 05 0:0

Samstag, 4. April 2015, 41.000 Zuschauer.

Hochklassig war's nicht, was der SV Werder Bremen und der FSV Mainz 05 auf den Platz brachten, aber intensiv und spannend bis zum Schluss. Angesichts der Resultate der Konkurrenz konnte den Mainzern das nicht gerade friedlichen 0:0 durchaus gefallen. Sie hatten mehr und bessere Torchancen, mussten aber noch einen ganz späten Schreckmoment überstehen: Tief in der Nachspielzeit kam Fin Bartels im Strafraum frei zum Schuss, verfehlte aber das kurze Eck. Und noch ehe Loris Karius' Abstoß wieder den Boden berührte, war das Spiel vorbei.

Der einzige Höhepunkt der ersten Hälfte: Yunus Malli kommt an Raphael Wolf vorbei, aber kriegt die Kurve nicht mehr. Foto: imagoEs war die letzte von wenigen Torszenen. In der 35. Minute hatte Yunus Malli vielleicht die falsche Entscheidung getroffen. Nach einem tollen Pass von Ja-Cheol Koo in die Gasse wollte Malli außen um den Torwart Raphael Wolf herum und schoss schließlich von Jannik Vestergaard bedrängt aus zu spitzem Winkel am kurzen Eck vorbei.

In der zweiten Hälfte spielten zunächst vor allem die 05er Fußball. Malli bereitete mit einer Flanke die bis dahin beste Chance vor; Wolf wehrte Koos Kopfball mit einem blitzschnellen Reflex ab. Die nächste Flanke des Zehners grätschte Werder-Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie kurz vor Okazaki neben das Bremer Tor. Johannes Geis' Freistoß war nicht schlecht, sprang vor dem Tor auf, Wolf faustete den Ball weg.

Die 05er ließen sich von der gelegentlichen Hektik der Bremer nicht anstecken, spielten ruhig und gelassen. Was aber in vielen Phasen fehlte, war jede Art von offensiver Präzision. Chancen waren selten, Situationen, die zu Chancen hätten führen können, die Ausnahme. Viele Szenen gingen frühzeitig kaputt. Und auf einmal kam Aycicek zu einer dicken Möglichkeit. Aber Karius baute den Kuhnert-Block und wehrte den Schuss ab.

Bis in die Nachspielzeit blieb es immerhin spannend. Shinji Okazaki köpfte in der 91. Minute nicht hart, aber platziert aufs kurze Eck; Wolf streckte sich und hatte den Ball. Bremens Linksverteidiger Janek Sternbeck grätschte in der 92. Minute haarscharf an einem Foulelfmeter vorbei; die Attacke gegen Okazaki war mutig, präzise und gut. Und im Gegenzug vergab Bartels die letzte Möglichkeit. 0:0 also. Ein Auswärtspunkt.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Park - Geis, Baumgartlinger - Koo (86. Allagui), Malli, de Blasis (69. Bengtsson) - Okazaki.

 

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