„Wir werden sehen, was passiert“

Jörg Schneider. Mainz.
Alexandru Maxim, der Neuzugang des FSV Mainz 05, für rund zweieinhalb Millionen Euro Ablöse vom VfB Stuttgart gekommen, hat in seiner ersten Woche am Bruchweg schon einen positiven Eindruck hinterlassen. Sowohl im Training, als auch beim 2:1-Sieg gegen Alemannia Aachen, überzeugte der offensive Mittelfeldmann mit exzellenter Technik, Spielverständnis und starken Pässen. Heute Abend, im Testspiel gegen TuS Koblenz (18.30 Uhr in Mörschied), dürfte der neue Zehner dann auch erstmals auf seiner Wunschposition auflaufen.

Entspannt, zufrieden mit seinen ersten Tagen am Bruchweg und mit klaren Vorstellungen spricht Alexandru Maxim über seine Zukunft bei Mainz 05. Foto: Jörg SchneiderDas Debüt im neuen Team verlief vielversprechend. 45 Minuten beim 2:1-Testspielsieg des FSV Mainz 05 am Bruchweg gegen Alemannia Aachen vermittelten einen ersten Eindruck davon, dass Alexandru Maxim, zweieinhalb Millionen teurer Neuzugang vom Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart, ein absoluter Gewinn sein dürfte für den Kader von Sandro Schwarz. Der 05-Trainer unterstrich nachher, welch klasse Fußballer der 27-Jährige sei, wie gut sich Maxim in den offensiven Räumen bewege. Heute Abend, im zweiten Vorbereitungsspiel der 05er in Mörschied/Hunsrück gegen TuS Koblenz (18.30 Uhr), dürfte der Techniker dann auch erstmals die Gelegenheit haben, auf seiner Wunschposition weiter vorne zu spielen. Gegen Aachen musste Maxim die Dinge von der Doppelsechs aus angehen. Inzwischen ist Danny Latza wieder fit, Fabian Frei und Suat Serdar sind ins Training eingestiegen. Da kann sich der Neuzugang dann als Offensiv-Spielmacher hinter den Spitzen präsentieren und seine Qualitäten unter Beweis stellen.

„Ich fühle mich sehr gut, wenn ich in der Mitte hinter den Stürmern spiele, als Nummer zehn. Ich mag es, mich frei in den Räumen und zwischen den Linien und Ketten zu bewegen. In den letzten Jahren habe ich oft auch rechts gespielt und bin von außen gekommen. Ich kann mehrere Positionen spielen, fühle mich aber am wohlsten im Zentrum“, sagt der Rumäne. Nach dem Abschied von Yunus Malli im Winter und dem kurzen Gastspiel von Bojan Krkic ist die klassische Zehnerposition bei den 05ern nicht mehr mit einem Spieler besetzt, der mit seinen Pässen und Ideen Chancen kreieren und selbst Tore erzielen kann. Diese Lücke soll Maxim schließen, von dem 05-Sportvorstand Rouven Schröder sagt, „er ist noch ein kreativer Zehner klassischer Prägung. Der Ball ist sein Freund. Er ist selbstbewusst in Eins-gegen-Eins-Situationen, er kann mit seinen Dribblings Räume öffnen und schießt gefährliche Standards. Darüber hinaus hat er ein gutes Gefühl für die Wege zwischen den Ketten und in den  torgefährlichen Räumen.“ Eine gewisse Ahnung davon ließ der Neu-05er im Training und im ersten Testspiel erkennen.

Die Partie zeigte aber auch, dass dem 27-Jährigen in diesem Bereich und auf dieser Position interne Konkurrenz droht. Denn Philipp Klement, der nach vielen Verletzungs-Rückschlägen einen neuen Anlauf im Profi-Kader unternimmt, zeigte ebenfalls eine gute Leistung neben Maxim, beeindruckte mit Beweglichkeit und präzisen Pässen. Beide zusammen vermittelten eine Vorstellung davon, wie der 05-Trainer sich künftig das Mainzer Offensivspiel vorstellt, wie seine Mannschaft vors Tor kommen und die Kugel im Netz unterbringen soll. Ob Schwarz in diesem System überhaupt den Zehner klassischer Prägung vorsieht, wird sich in den kommenden Wochen der Vorbereitung zeigen. Den Rumänen belastet diese Situation keineswegs, wie er sagt. „Wir sind in der Bundesliga, wir haben immer Druck, wir müssen damit umgehen. Ich möchte mein Bestes tun für das Team, so gut wie ich kann. Ich arbeite viel in der Vorbereitung. Das tun alle um mich herum. Wir haben eine Menge gute Spieler mit hoher Qualität, jeder kämpft und arbeitet, damit der Klub seine Ziele erreicht. Für jeden ist es gut, viel Konkurrenz zu haben. Unabhängig von der Position. Du musst ständig hundert Prozent geben im Training. Wenn du das nicht tust, übernimmt der nächste deinen Platz. Je größer die Konkurrenz, desto besser für die Mannschaft.“

Gute Technik, viel Spielverständnis und sauberes Passspiel demonstrierte Alexandru Maxim in den ersten Trainiingseinheiten am Bruchweg. Foto: Jörg SchneiderMaxim hat jedoch den klaren Anspruch Stammspieler im 05-Trikot zu werden. Dafür sei es zunächst am wichtigsten, sich schnellstens zu integrieren. „Ich habe ein gutes Gefühl in den ersten Tagen. Es geht sehr gut. Ich spüre viel Hilfsbereitschaft von den Kollegen. Ich habe alles, was ich brauche“, sagt der Ex-Stuttgarter, der zumindest sprachlich keinerlei Probleme hat mit den Mitspielern oder die taktischen Anweisungen des Trainers zu verstehen. Maxim versteht gut Deutsch und Italienisch (die Eltern leben Italien), aus seiner Zeit bei Espanyol Barcelona, wo der Zehner fünf Jahre spielte, spricht der Spieler fließend Spanisch ebenso wie Englisch. „Das macht es leichter für mich. Ich denke, das ist schon ein Vorteil. Für einen neuen Spieler ist es absolut wichtig, mit den Kollegen zu kommunizieren. Gerade am Anfang, um sich zurechtzufinden und zu verstehen, wie alles abläuft. “

Maxim spielte seit Januar 2013 beim VfB, erlebte mit den Schwaben eine turbulente Zeit, mit etlichen Trainern, Sportdirektoren, mit dem Abstieg und in der abgelaufenen Saison mit dem Wiederaufstieg. Besonders in der vergangenen Spielzeit verlief die Zusammenarbeit mit dem VfB nicht reibungslos. Maxim, der am Ende großen Anteil am Aufstieg der Mannschaft hatte, sah sich selbst für seinen Geschmack zu oft auf der Bank. „Ich hatte keine leichte Saison zuletzt in Stuttgart, aber immer, wenn man mich gebraucht hat, war ich für das Team da“, sagt er. „Ich hatte nach der Saison einige Diskussionen dort mit dem Trainer und dem Sportdirektor. Ich hatte das Gefühl, dass es Zeit für einen Wechsel war, für neue Motivation, für ein neues Umfeld. Ich denke, es war das Beste für beide Seiten.“ Ihn habe die Art und Weise überzeugt, wie der Trainer und Rouven Schröder Fußball sehen. Die ersten Tage in Mainz bestätigten ihm schon, dass der Schritt der richtige sein könnte.

„Wir sind Fußballer. Wir leben nicht in der Vergangenheit. Niemand interessiert es, was wir in den vergangenen zwei Jahren getan haben. Die Leute schauen darauf, was du im Moment tust und in Zukunft leistest. Für mich ist es ein Ziel, immer in dem Zustand zu sein, dass ich im nächsten Spiel mein bestes Spiel in bester Form absolviere. Ich versuche jeden Moment zu genießen und positiv zu sein. Ich versuche alles Neue zu lernen.“ Er habe eine Menge Ziele, für die er hart arbeite. „Ich möchte eine gute Basis finden, um in die Saison zu starten. Dann werden die Dinge von selbst kommen.“ Bereits im zweiten Spiel der neuen Saison steht für die 05er und Alexandru Maxim die Partie bei seinem Ex-Klub auf dem Spielplan.  „Gegen Stuttgart, das wird ein spezieller Moment für mich. Wir werden sehen, was passiert.“ 

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