Yoshinori Mutos zweites Länderspieltor

Christian Karn. Mainz.
In einem hitzigen Privatspiel mit der japanischen Nationalmannschaft gegen Iran in Teheran schoss Yoshinori Muto sein zweites Länderspieltor. Dem Stürmer des FSV Mainz 05 gelang schon in der 47. Minute der Kopfball zum 1:1-Endstand. Muto, sonst in der Regel Einwechselspieler bei Vahid Halilhodzic, spielte diesmal von Anfang an und wurde erst in der 88. Minute ausgewechselt. Der Ex-Mainzer Shinji Okazaki kam erst in der 65. Minute ins Spiel.

Als Freundschaftsspiel war die Begegnung zwischen Iran und Japan in Teheran angekündigt worden. Tatsächlich war es alles andere als freundschaftlich, was die beiden Großmächte des west- und des ostasiatischen Fußballs veranstalteten. Sportlich trennten sie sich durch zwei Tore direkt vor und nach der Halbzeit 1:1, der Mainzer Yoshinori Muto traf zum Ausgleich. Und was die Unsportlichkeiten betrifft, ist neben diversen Gelben Karten kein Platzverweis und nur ein Verletzter zu beklagen - und der iranische Linksverteidiger Vouria Ghafouri war nicht Opfer, sondern Täter gegen Muto.

Der 05er spielte anders als zuletzt von Anfang an, wie immer im Nationalteam als Linksaußen. Eine echte B-Elf war es nicht seitens der Japaner, aber eine Reihe von Stammspielern, darunter der Ex-Mainzer Shinji Okazaki, saßen zunächst draußen. Und Iran machte das Spiel. Die erste brauchbare Szene der Gäste war der Konter über Muto, den Ghafouri an der Seitenlinie mit einem Ringergriff beendete; Shinji Kagawas Freistoßflanke war schlecht (20.).

Der 20-jährige iranische Torjäger Sardar Azmoun vom FC Rostow hatte die größte Chance der ersten 45 Minuten, traf aber vor dem leeren Tor den Ball nicht richtig, schien den Kasten eher zu verteidigen. Und dennoch gingen die Iraner in der ersten Hälfte in Führung: Bereits in der Nachspielzeit verursachte der nach einem spektakulären Foul bereits mit Gelb verwarnte Verteidiger Maya Yoshida (Southampton FC) einen Elfmeter; sein Torwart Shusaku Nishikawa (Urawa Red Diamonds) hielt zwar den Elfmeter des ehemaligen Berliners und Wolfsburgers Ashkan Dejagah (al-Arabi SC Doha), nicht aber den Nachschuss von Mehdi Torabi. Der für Ghafouri eingewechselte Torschütze hatte dabei Glück; Dejagah hätte ihn beim Versuch, selbst an den Abpraller zu kommen, fast heftig umgetreten.

Viele Torchancen hatte Japan nicht beim 1:1 in Teheran. Yoshinori Muto nutzte eine der wenigen zum Ausgleichstor. Foto: imagoDass Muto in der 47. Minute tatsächlich der Ausgleichsschütze war, war nicht leicht zu erkennen. Der sonst schwache, geradezu lustlos wirkende Keisuke Honda schlug eine Flanke vors Tor. In der Mitte rasselten der iranische Torwart Alireza Haghighi (Rubin Kasan) und der Mainzer Stürmer ineinander. Muto war direkt vor Haghighi mit dem Kopf am Ball, der vom Oberkörper des Torwarts ins Tor ging.

Japan fing nun an, konsequenter Fußball zu spielen. Hannovers Mittelfeldspieler Hiroshi Kiyotake und Honda verpatzten den Konter, der in der 58. Minute das 2:1 hätte sein müssen: Kiyotake rannte von der Mittellinie auf den Torwart zu, der ihm den Ball wegspitzelte - direkt vor Hondas Füße, der aber viel zu lange brauchte und abgegrätscht wurde. Okazaki kam in der 65. Minute ins Spiel und verfehlte das Tor in der 75. Minute mit einem Fallrückzieher. Morteza Pouraliganji vergab in der 84. Minute die letzte Kopfballchance des Iran. 

Der Rest bestand aus unnötiger Härte. Yoshida schaffte es irgendwie, Gelb-Rot zu entgehen. Azmoun räumte einen halben Schritt jenseits der Seitenlinie Kiyotake rüde ab und fing noch Streit mit dem Hannoveraner an, worauf der ruhige Schiedsrichter Yaqoob Abdul Baki aus dem Oman mit souveräner Konsequenz das Rudel aufgeregter Japaner von den aufgebrachten Iranern trennte und mit zwei Gelben Karten für Ordnung sorgte. Auch die Frage, ob die Karambolage zwischen Omid Ebrahimi und Kiyotake im japanischen Strafraum als Stürmerfoul oder Elfmeter zu bewerten sei, beantwortete Abdul Baki in der 93. Minute richtig mit einem "War gar nichts, regt Euch ab, Behandlung und weiter." Auf diese Weise endete das umkämpfte, nicht immer niveauvolle Spiel mit einem gerechten 1:1. Und bis auf Todor Nedelew (Dienstag, 20.45 Uhr, gegen Aserbaidschan) und Gonzalo Jara (Mittwoch, 4.30 Uhr am Morgen, in Peru) haben jetzt alle Mainzer Nationalspieler ihr Länderspielprogramm hinter sich gebracht.

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