Zwei Tore und ein unfreiwilliger Salto

Christian Karn. Mainz.
Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat sich am Dienstagabend für die Europameisterschaft 2015 in Tschechien qualifiziert. Nach dem 3:0 im Playoff-Hinspiel in der Ukraine war das keine Überraschung; mit dem 2:0-Rückspielsieg der DFB-Elf dürfte nach gewisser Spieldauer dennoch kaum jemand gerechnet haben. Zwei Profis des FSV Mainz 05 waren bei der Partie in Essen am Ball.

Jonas Hofmann und Johannes Geis haben sich mit der U21-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2015 qualifiziert. Der dritte Mainzer, Yunus Malli, war im Playoff-Rückspiel nicht im Kader. Foto: imagoDurch ein 3:0 in Tscherkassy hat die deutsche U21-Nationalmannschaft bereits am Freitag die EM-Qualifikation mehr oder weniger klar gemacht. Das Rückspiel am heutigen Dienstag in Essen sollte nicht viel mehr als Formsache werden - und war das auch. "Ich hatte den Eindruck, dass die Jungs selbst nicht genau wussten, ob sie mehr Risiko eingehen oder eher das Spiel kontrollieren sollten", erklärte DFB-Trainer Horst Hrubesch das uninspiriert wirkende Spiel seiner Mannschaft. Torchancen gab es kaum für die deutsche Elf, in der zwei Profis des FSV Mainz 05 standen: Johannes Geis spielte durch, Jonas Hofmann hatte nach 45 Minuten Feierabend.

"Wir hatten uns viel vorgenommen, aber haben extrem schlampig gespielt", übte der Hoffenheimer Kevin Volland Selbstkritik. "Bis zur 85. Minute war es nicht unterhaltsam."

Dass Deutschland dennoch 2:0 gewann, stellte die Partie nicht völlig auf den Kopf. Zu erwarten war ein solches Ergebnis zwar nicht mehr, aber in der Schlussphase hatte das Spiel tatsächlich etwas an Fahrt aufgenommen - sicherlich auch dank des Nürnbergers Niklas Stark, der in der 78. Minute eingewechselt wurde, in der 79. direkt Gelb sah, danach aber einen bemerkenswerten Kurzauftritt zeigte, seine Mannschaft nochmal in Schwung brachte. Der für Jonas Hofmann eingewechselte Leonardo Bittencourt (Hannover 96) schoss in der 85. Minute den Torwart an, Stark selbst schickte Sekunden später einen Distanzschuss hinterher, den der Keeper Mikita Schewtschenko spektakulär parierte. In der 89. Minute verpatzten die Ukrainer die Abseitsfalle, Volland konnte den Querpass von Bittencourt in aller Ruhe annehmen und gab Schewtschenko gar keine Chance. Zwei Minuten später fiel gar das in der Entstehung etwas zufällige 2:0 - der Schalker Max Meyer verstolperte den Ball zunächst, bugsierte ihn dann doch noch zu Volland. Dessen Schuss parierte Schewtschenko vor die Füße Bittencourts, der mühelos einschoss. Eine Minute darauf gab es nach einem spektakulären Foul an Meyer, der sich auf Schulterhöhe überschlug, aber direkt wieder aufspringen konnte, eine Rote Karte gegen den hitzköpfigen Oleksandr Karawajew; sieben Minuten Spektakel entschädigten das Publikum im neuen Essener Stadion für die vorausgegangene Langeweile.

"Wir wussten, dass es kein Selbstgänger wird", sagte Hrubesch. "Wir haben teilweise schlecht gespielt, behäbig, langsam, aber auch so, dass wir wenige Torchancen zugelassen haben. Am Ende haben wir es selbst entschieden und dann war's auch in Ordnung."

Zusätzlich zum Gastgeber Tschechien qualifizierten sich neben Deutschland auch Italien, England, Portugal (5:4 gegen die Niederlande), Serbien und mit ähnlich turbulenten Schlussphasen auch Dänemark und Schweden: Nach dem 0:0 im Heimspiel gegen Island trafen die Dänen in der 90. Minute des Rückspiels zum 1:0. Die Isländer glichen in der 93. Minute durch einen Elfmeter aus, aber dank ihres Auswärtstors reichte den Dänen das 1:1. Die Schweden hatten bereits nach einer halben Stunde den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel gegen Frankreich ausgeglichen, führten ab der 71. Minute 3:0, kassierten in der 87. Minute das Auswärtstor, durch das Frankreich qualifiziert gewesen wäre, schossen aber nur eine Minute später das entscheidende 4:1.