Zweimal zwei Torbeteiligungen für Shinji Okazaki

Christian Karn. Mainz.
Selbst getroffen hat Shinji Okazaki nicht beim 6:0 der japanischen Nationalmannschaft gegen Honduras. Dennoch war der Mittelstürmer des FSV Mainz 05 bis zu seiner Auswechslung nach gut einer Stunde ein wichtiger Offensivspieler für sein Team: Das 1:0 bereitete Okazaki direkt vor, das 3:0 indirekt und auch beim zweiten und vierten Treffer der Japaner spielte der Stürmer eine nicht unbedeutende Rolle.

Auch ohne ein Tor zu schießen, machte Shinji Okazaki am Donnerstagmittag ein starkes Länderspiel für Japan. Der Mittelstürmer des FSV Mainz 05 bereitete beim 6:0 (3:0) gegen Honduras das 1:0 vor und war an den anderen drei japanischen Treffern vor seiner Auswechslung in der 63. Minute gegen Yohei Toyoda vom japanischen Klub Sagan Tosu mehr oder weniger direkt beteiligt. Der überragende Mann in der japanischen Mannschaft war jedoch Keisuke Honda vom AC Milan.

Ein bisschen stand Shinji Okazaki (rechts) beim 6:0 Japans gegen Honduras im Schatten des überragenden Keisuke Honda. Dennoch war der Mainzer Mittelstürmer an den ersten vier Toren mehr oder weniger direkt beteiligt.Es ist schwer zu sagen, ob Okazakis Kopfball nach flinkem Lauf durch den Fünfer in der 9. Minute eine Verlängerung von Hondas Eckball oder schon der Torversuch sein sollte. Der honduranische Torwart Donis Escober (Olimpia Tegucigalpa) ließ den Ball jedenfalls über die Hände rutschen, so dass der Innenverteidiger Maya Yoshida vom FC Southampton bei seinem Flugkopfball am langen Pfosten das leere Tor vor sich hatte. 1:0 für die Japaner, der erste Büchsenöffner gegen einen bis dahin extrem defensiven Gegner.

Die Mittelamerikaner lösten ihre Abwehrmauer nach dem Rückstand etwas, hatten aber weiterhin große Mühe gegen die Japaner. Wenn Honda auf dem rechten Flügel und der Zehner Shinji Kagawa von Borussia Dortmund Tempo machten, kamen sie nicht gut hinterher. Die letzte Abwehrreihe hielt aber nach dem 0:1 lange dicht. Erst in der 40. Minute erhöhte Japan mit der dritten Torchance auf 2:0. Die honduranische Abwehr konzentrierte sich derart darauf, Okazaki nahe der Mittellinie ins Abseits zu stellen, dass sie übersahen, dass im Rückraum noch ein Japaner startete: Honda, der allen Platz der Welt hatte, den Ball einige Meter mitnahm und ins lange Eck schob. Vier Minuten später erwühlte sich Okazaki einen eigentlich schon verlorenen Ball zurück. Über zwei Zwischenstationen wanderte die Kugel zum japanischen Rekordnationalspieler Yasuhito Endo (Gamba Osaka), der sie in seinem 147. Länderspiel abgefälscht hoch unter die Latte schoss.

Gerade mal 70 Sekunden nach Anpfiff der zweiten Hälfte trafen die Japaner zum vierten Mal. Okazaki zog in der Mitte die Viererkette zusammen, Honda flankte quer über den Strafraum auf den gerade eingewechselten und völlig freistehenden Takashi Inui (Eintracht Frankfurt), der völlig frei stand - 4:0.

Eine Viertelstunde später hatte Okazaki Feierabend. Der Mainzer war bis dahin an vielen Kombinationen beteiligt, rannte überall herum, erorberte Bälle, forderte Bälle, leitete Bälle weiter - und hatte die aus der Bundesliga gewohnten Probleme mit dem polnischen Schiedsrichter, der zwar eine Menge Freistöße pfiff, aber einige Fouls an Okazaki nicht ahndete.

Ohne den 05-Torjäger legten die Japaner noch zwei Treffer nach. In der 69. Minute verdribbelte sich Kagawa nach einem Honda-Solo im Strafraum, wurde elfmeterreif umgehauen, aber bevor der Schiedsrichter reagieren konnte, übernahm der für Okazaki eingewechselte Toyoda den Ball und schoss das 5:0. In der 75. Minute drängelten sich Kagawa, Toyoda und Inui auf engem Raum in den Strafraum, ließen den Ball quer laufen, Inui vollendete den Angriff zum 6:0. Das war der Endstand.